Wittenberg (dpa/sa) l Nach dem Brand des "Flüchtlingsboots"-Denkmals in Wittenberg gibt es noch keine Hinweise auf den oder die Täter. Das sagte ein Polizeisprecher am Montag in Dessau-Roßlau. Der Staatsschutz ermittele mit Hochdruck. Die Polizei kontrolliere das Areal um den Brandort bei ihrer Streifentätigkeit, so der Sprecher. Das Boot aus Holz war in der Nacht zum Samstag durch ein Feuer zu einem großen Teil zerstört worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass es aus politisch motivierten Gründen angezündet wurde.

Der Brand sorgte für Entsetzen in Wittenberg und darüber hinaus. 2017 war das knapp 16 Meter lange und 5 Meter breite Flüchtlingsboot in einer aufwendigen Aktion von Italien in die Lutherstadt gebracht worden. Es war ein zentrales Objekt der Weltausstellung zum Reformationsjubiläum in Wittenberg.

Ein Team von Wissenschaftlern hatte das Projekt begleitet. Rund 240 Menschen aus Afrika waren einst mit dem Boot den Angaben zufolge über das Meer nach Europa geflüchtet. Es war in Wittenberg in zentraler Lage als "Denkmal der Menschlichkeit, Konsequenz und Rechtsstaatlichkeit" aufgestellt worden.