Wildemann (dpa) l Nach einem Unfall auf einer Klassenfahrt in den Harz schwebt das am schwersten verletzte Mädchen aus Sachsen-Anhalt nicht mehr in Lebensgefahr. Die Zehnjährige war am Dienstag im Bergwerksmuseum Wildemann einen Abhang hinunter gestürzt. Auch drei weitere Grundschulkinder erlitten schwere Verletzungen. Die Ursache für den Unfall ist noch nicht abschließend geklärt. Die Ermittler schlossen am Mittwoch ihre Untersuchungen auf dem Museumsgelände zwar ab, die Auswertung werde aber noch einige Zeit dauern, sagte ein Polizeisprecher.

Die zehn und elf Jahre alten Kinder gehörten zu einer Grundschulklasse aus Diesdorf in der Nähe von Magdeburg, sie waren auf dem Gelände des Museums einen Abhang herabgestürzt. Rettungskräfte berichteten nach Angaben des Landkreises Goslar, dass bei Fotoaufnahmen ein Geländer nachgegeben habe. Es werde geprüft, ob strafrechtlich relevante Sachverhalte vorlägen, sagte der Polizeisprecher.

Das bei dem Unfall schwerst verletzte Mädchen schwebe nicht mehr in Lebensgefahr, berichtete der Landkreis Goslar. Der Zustand der Zehnjährigen habe sich stabilisiert, sagte ein Sprecher. Nach den bisherigen ärztlichen Informationen könnten die Kopfverletzungen, die das Kind bei dem Sturz erlitt, aber zu Folgeschäden führen. Zwei weitere ebenfalls schwer verletzte Kinder trügen dagegen voraussichtlich keine Folgeschäden davon, sagte der Sprecher. Das vierte Kind, das ebenfalls stationär behandelt wurde, habe die Klinik bereits verlassen.

Die drei Mädchen und der Junge hatten im Rahmen einer Klassenfahrt das zum Harzer Unesco-Welterbe gehörende Bergwerksmuseums "19 Lachter Stollen" in Wildemann besichtigt. Der fast neun Kilometer lange Stollen, der im 17. Jahrhundert fertig gestellt wurde, gehört zu den wichtigsten Anlagen des alten Harzer Silberbergbaus.

Das Museum, das im Jahr von rund 8000 Menschen besucht wird, hatte am Mittwoch wegen des Unfalls und der polizeilichen Ermittlungen geschlossen. Die Klasse aus Diesdorf wollte nach Angaben des Landkreissprechers die Heimreise antreten.