Mitten in Magdeburg passiert ein scheußliches Verbrechen. Zwei schwerverletzte unbescholtene Bürger bleiben zurück. Und die Polizei spielt die Bedeutung von Tat, Täter und den Tatfolgen systematisch herunter. Ergebnis: Nicht einmal ein Haftbefehl wird für den polizeibekannten Schläger beantragt. Einen Tag später steht ein gemeingefährlicher Irrer wieder auf der Straße. Auf der Strecke bleiben die öffentliche Sicherheit und das Vertrauen von Bürgern in den Staat.

Jetzt muss die Frage gestellt werden, warum nicht adäquat gehandelt wurde. Haben Polizei und Justiz angesichts von zunehmenden Gewaltdelikten die Schwelle nach oben gelegt, ab der sie ernsthaft ermitteln? Werden Straftaten bagatellisiert, um weniger aufwändig agieren zu müssen? Hat die Polizei aufgegeben, weil die Justiz so oft ihren Ermittlungen keine Strafen folgen lässt? Es steht wieder einmal die Frage im Raum, ob unsere Sicherheitsbehörden ausreichend handlungsfähig sind.