Musikreihe im Salzlandkreis

Konzerte in Parks und kleinen Kirchen

Die Musiker der Mitteldeutschen Kammerphilharmonie Schönebeck starten am 1. Juli ihr Musikfest „Klänge im Raum“.

Von Grit Warnat
Am Prinzeßchen in Barby wird am 1. Juli das Auftaktkonzert zu ?Klänge im Raum? stattfinden.
Am Prinzeßchen in Barby wird am 1. Juli das Auftaktkonzert zu ?Klänge im Raum? stattfinden. Foto: Thomas Linßner

Schönebeck - 15 Konzerte an zehn Spielorten – die Mitteldeutsche Kammerphilharmonie Schönebeck plant nach den vielen musikalischen Absagen in den vergangenen Monaten ihre traditionsreiche Konzertreihe „Klänge im Raum“. Bereits zum 27. Mal lädt das Orchester um Chefdirigent Jan Michael Horstmann zu Konzerten vor allem im ländlichen Raum. Gespielt wird in Gärten und Parks, kleinen Kirchen und – das hat Tradition – im Ringheiligtum Pömmelte.

Vom 1. bis zum 18. Juli touren die Musiker des Orchesters durch den Salzlandkreis. Das späte Datum ist ungewohnt für das Musikfest, das eigentlich immer im Mai stattfindet. Juni und Juli ist Operettensommer-Zeit. Doch die pandemische Lage hat die Pläne des Orchesters durcheinandergewirbelt. Der beliebte Operettensommer musste ein zweites Mal abgesagt werden. „Klänge im Raum“ aber kann mit einer terminlichen Verschiebung um einige Wochen stattfinden. Anita Bader, die Geschäftsführerin des Klangkörpers, zeigt sich erfreut, dass die vielen Kooperationspartner auf die neuen Terminanfragen schnell reagiert hätten.

In einer Woche nun startet das Musikfest. Es wird Mozart geben und Musicalmelodien, Filmmusik, Auszüge aus Opern, Operetten. Bei einigen Konzerten erklingen unter anderem auch drei Stücke, die auf der neuen Doppel-CD „Schattenrisse – Orchesterwerke verfemter Komponisten“ zu hören sind. Für sein Programm hat das Orchester Gäste geladen wie den Klezmer-Klarinettisten Helmut Eisel, die Sänger Sophia Revilla (Sopran), Ulf Dirk Mädler (Bariton), Carola Glaser (Sopran) und Jannes Philipp Mönnighoff (Tenor). Kammersängerin Undine Dreißig erzählt bei einem Kinderkonzert die Geschichte der kleinen Meerjungfrau, die in einer eigenen Fassung mit Musik von Georg Philipp Telemann aus der Wassermusik „Hamburger Ebb und Fluth“ gespielt wird. „Besonders freut mich, dass drei Sommer-Sonntage wieder den Kindern, Jugendlichen und Familien gewidmet sind“, sagt Petra Grimm-Benne. Die Gesundheitsministerin von Sachsen-Anhalt ist seit Jahren Vorsitzende des Fördervereins des Orchesters, der das Musikfest veranstaltet. „Nach vielen Monaten ohne Kultur freue ich mich sehr, dass unser Festival nahezu ohne Einschränkungen stattfinden kann. Ein starkes Signal auch für unsere Kammerphilharmonie Schönebeck, wir haben sie sehr vermisst“, so Grimm-Benne.

Fast alles wird open air stattfinden wie zum Auftakt im idyllischen Schlosspark am Prinzeßchen in Barby, einem erhaltenen Wachturm der kleinen Elbestadt. Weitere Spielorte sind die Burgruine Klein Rosenburg, der Bestehornpark Aschersleben, die Kurmuschel in Bernburg, die Musikbühne im Kurpark von Bad Salzelmen. Aber auch Kirchen in kleinen Orten werden bespielt. So steht Biere auf dem Programm, auch St. Thomas in Pretzien, das restaurierte Kirchlein an der Straße der Romanik.