Comedy

„Mein persönliches Narnia“ - Comedian Ingmar Stadelmann über seine Heimatstadt Salzwedel

Von Alexander Rekow
von Robert Maschke

Salzwedel. Eine wachsende Heimatverbundenheit, die spürt der gebürtige Salzwedeler und bekannte Comedian Ingmar Stadelmann: „Also jetzt nicht so wie Bernd Höcke das definiert.“ Vielmehr entdecke er den Rentner in sich und schlendere, alte Geschichten erzählend, durch die Hansestadt Salzwedel. „Dann noch gegen 15 Uhr kurz auf der Couch wegnicken und von einer Kirchenglocke geweckt werden. Perfekte Entspannung.“

Ingmar Stadelmann, der 1980 in der Jeetzestadt zur Welt kam, das Jahngymnasium der Kreisstadt besuchte, hat seine Heimat nie aus den Augen verloren – auch nicht kulinarisch. Die Altmärkische Hochzeitssuppe bestelle er sich mittlerweile online zu sich nach Berlin. „Befreundete Berliner Diabetiker muss ich übrigens vor dem Baumkuchen immer warnen. Achtung, für dich könnte das der goldene Schuss sein!“ Ob das wirklich so ist, wisse er zwar nicht, aber mit dieser Ansage bleibe mehr vom Königsgebäck für ihn übrig. Clever.

Runterfahren vom Hauptstadt-Trubel

Seine Herkunft scheint ihm in seinem Beruf weiterzuhelfen. „Ich glaube, auf der Bühne ist der Altmärker in mir tatsächlich eine Waffe! Sowas leicht Störrisches und manchmal auch Fremdelndes mit neuen Dingen hat der Altmärker in sich – und damit dann wohl auch ich.“ Der Altmärker wisse aber nach seinen Erfahrungen um die eigene Haltung und das wiederum mache ihn liebenswert, findet der Comedian und erfolgreiche Moderator.

Wenn Ingmar Stadelmann dann mal wieder auf Stippvisite in die Heimat fahre, die er liebevoll als „mein persönliches Narnia“ bezeichnet, beschränke sich der Besuch hauptsächlich auf seine Familie. Dort könne er runterfahren vom Trubel der Hauptstadt. „Und manchmal, wenn der zweifelnde Künstler in mir durchkommt, gehe ich zu meiner Tischtennis-Platte am Jahngymnasium, sehe das güldene Schild mit meinem Namen darauf, wische mir eine Träne aus dem Auge und denke mir: Das war doch all der Schmerz wert.“