Bahnanbieter in Sachsen-Anhalt

Betriebseinstellung abgewendet – Abellio fährt weiter

Von Alexander Schierholz 10.09.2021, 10:40 • Aktualisiert: 10.09.2021, 11:02
Ein Zug des Bahnbetreibers Abellio
Ein Zug des Bahnbetreibers Abellio Foto: Bernd Thissen/dpa

Halle (Saale)/MZ - Die drohende Betriebseinstellung auf den Strecken des privaten Bahnanbieters Abellio in Sachsen-Anhalt ist abgewendet. Die Abellio-Züge fahren auch über den 30. September hinaus weiter, wie die Landesnahverkehrsgesellschaft Nasa und das Unternehmen am Freitag mitteilten. „Das bedeutet Sicherheit für Fahrgäste und Personal gleichermaßen“, sagte ein Nasa-Sprecher. 

Ein Jahr lang hatten das Land und Abellio über eine Lösung für den finanziell angeschlagenen und mittlerweile insolventen Bahnbetreiber verhandelt; Abellio hatte einen Nachschlag in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro verlangt, was das Land bis zuletzt abgelehnt hatte. Nun gibt es eine Einigung. Demnach wird Abellio das verlustreiche Dieselnetz zum Ende des Jahres 2023 abgeben, neun Jahre vor dem ursprünglichen Vertragsende. Die Strecken werden von der Nasa neu ausgeschrieben und an einen anderen Betreiber vergeben.

Betroffen sind unter anderem nachfragestarke Pendlerverbindungen von Halle und Magdeburg in den Harz oder von Magdeburg nach Wolfsburg. Das lukrativere Südnetz, das sich bis weit nach Thüringen erstreckt, wird Abellio dagegen bis Ende 2030 weiter betreiben. Hierzu gehören unter anderem Regionallinien von Halle in Richtung Erfurt und Kassel.

 Abellio hatte Ende Juni ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt, eine spezielle Form des Insolvenzverfahrens. Dieses läuft Ende September aus. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass damit eine Betriebseinstellung zum 1. Oktober droht, falls bis dahin keine Einigung gefunden wird. Das Land und Abellio hatten sich bis zuletzt in Detailfragen verhakt. Strittig war unter anderem die Höhe einer Bürgschaft