Wirtschaft

Hellofresh schafft 1500 Arbeitsplätze bei Magdeburg

Kochboxen-Anbieter Hellofresh baut eine Produktionsstätte in Barleben bei Magdeburg. Der Betrieb startet 2022. 1500 neue Arbeitsplätze entstehen.

Von Massimo Rogacki
Hellofresh ist in 14 Ländern aktiv. Nun errichtet das Unternehmen eine Produktionsstätte in Sachsen-Anhalt.
Hellofresh ist in 14 Ländern aktiv. Nun errichtet das Unternehmen eine Produktionsstätte in Sachsen-Anhalt. imago

Magdeburg - Lockdown, geschlossene Restaurants und Homeoffice – Essenslieferdienste gehören zu den Gewinnern der Corona-Krise. So auch der Kochboxen-Versender Hellofresh. 2020 erzielte das 2011 in Berlin gegründete Unternehmen einen Umsatz von 3,75 Milliarden Euro, mehr als doppelt so viel wie noch 2019 (1,8 Milliarden Euro).

Am Montag (5. Juli) kündigte Hellofresh an, einen neuen Produktionsstandort in Barleben (Landkreis Börde), vor den Toren Magdeburgs, zu errichten. In Deutschland läuft das Verpacken und der Versand der Boxen bislang über das Werk in Verden (Niedersachsen).

Man werde das Produktionsvolumen in Deutschland und Österreich nun mehr als verdoppeln, hieß es gestern von Unternehmensseite. Zum Investitionsvolumen am neuen Standort macht Hellofresh keine Angaben. In den Ausbau der Logistik weltweit wolle man 2021 rund 150 Millionen Euro investieren, so die Sprecherin.

Der Spatenstich in Barleben ist bereits im Mai erfolgt, die ersten Kochboxen sollen im vierten Quartal kommenden Jahres verschickt werden. Der Bürgermeister der Gemeinde Barleben, Frank Nase, bezeichnet die Ansiedlung als „absoluten Glücksfall für die Region Magdeburg und Barleben“. Die Ansiedlung belege einmal mehr die Attraktivität Sachsen-Anhalts als Logistikstandort, heißt es vom Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt.

Das neue Gebäude in Barleben werde laut Mitteilung den „hohen Nachhaltigkeitsansprüchen“ von Hellofresh gerecht. Eine leistungsstarke Photovoltaik-Anlage werde den Energiebedarf des Standorts zu großen Teilen selbst decken, heißt es.

Gesucht werden Kommissionierer

1500 Mitarbeiter sollen perspektivisch auf über 35.000 Quadratmetern in der Produktion, im Lager und in den Büros tätig sein. Gesucht wird schon jetzt. Eine Unternehmenssprecherin sagte, man suche derzeit bereits einen Standortleiter, einen technischen Leiter, Senior Facility Manager und einen Process Engineer. Der größere Teil der Mitarbeiter werde ab dem zweiten Quartal 2022 für die Kommissionierung – also für das Zusammenstellen der Artikel – benötigt.

„Für die Zukunft bestens aufgestellt“ sieht sich Hellofresh mit dieser „Investition in die Zukunft“, sagt Nils Herrmann, Geschäftsführer für den deutschsprachigen Raum (DACH). „Wir sehen, dass sich die Bereitschaft, Lebensmittel online zu kaufen, im Laufe der vergangenen Jahre stark erhöht hat“, so Hermann. Er ist überzeugt: Der Trend zum Lebensmittelkauf im Internet werde weiter anhalten. Mit dem neuen Standort werde das „anhaltend starke“ Kundenwachstum in Deutschland und Österreich bedient. Hermann kündigte zudem an, die Anzahl der wöchentlich verfügbaren Rezepte und die Zahl der Zusatzprodukte erhöhen zu wollen.

Hellofresh, tätig in 14 Ländern, ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Anbieter für Kochboxen. Die werden im Abo-Modell inklusive Rezept und mit abgemessenen Zutaten an die Haustür geliefert. Im ersten Quartal 2021 seien mehr als 239 Millionen Mahlzeiten zugestellt worden. Weltweit hat das Unternehmen nach eigenen Angaben rund 7,3 Millionen aktive Kunden. Hellofresh war im November 2017 in Frankfurt an die Börse gegangen.