Wasserpflanzengärtner in der Magdeburger Börde

Seerose und Lotos für Gartenteich und Landesgartenschau

Von Bettina Koch

Im Novo-Tech-Terrassen-Garten auf der Landesgartenschau in Aschersleben sind zurzeit Wasserpflanzen zu sehen. Steffen Preller aus Sülzetal, Ortsteil Dodendorf (Börde) betreibt die Firma Seerosenwelt und hat mehrere Lotos- und Seerosensorten zur Verfügung gestellt. Zu seinen Kunden gelangen die Pflanzen via Internetversand und seit 2007 auch im Direktverkauf.

Dodendorf. Die Interessenten kommen aus ganz Deutschland. "Vorige Woche war eine Kundin aus Bayern angereist, um sich bei mir Lotos zu holen", berichtete Preller. Auch für einen Waschmittelwerbespot in Frankreich habe er Lotos geliefert. Viele Käufer von Seerosen und Lotos, von verschiedensten Sumpf- und Wasserpflanzen, Schwimm- und Unterwasserpflanzen kämen aus der Region und aus dem Niedersächsischen.

Per Internetversand wird das Pflanzenmaterial europaweit verschickt (www.seerosenwelt.de). Binnen 24 Stunden komme die Ware per DHL in Deutschland zum Kunden, innerhalb Europas seien 48 Stunden die Regel, nur in Spanien und Italien gehe es etwas langsamer, sagte der Firmeninhaber.

Auch in Köln und Düsseldorf habe er viele Kunden. Insgesamt gebe es in Deutschland nur etwa 30 Wasserpflanzengärtnereien und nur drei, die sich intensiv mit Lotos beschäftigen, erklärte er.

Der gelernte Elektriker, der sein Hobby zunächst zum Neben- und vor acht Jahren zum Hauptberuf gemacht hat, importiert die Rhizome aus aller Welt. "Gute neue Züchtungen kommen aus den Staaten und aus Asien", sagte Preller. In Thailand gebe es Experten mit goldenen Händen, auch aus China und Indien beziehe er sehr gutes Material.

Auf Prellers rund 2000 Quadratmeter großem Gelände werden die Pflanzen getopft, gedüngt und in Becken mit den jeweils erforderlichen Pflanztiefen gesetzt. Etwa 150 verschiedene winterharte Seerosensorten gedeihen darin. Einige in Stückzahlen von bis zu 500, von anderen gebe es nur einzelne Exemplare, erklärte Preller.

Die seltenen Sorten versuche er selbst zu vermehren, um sie zu bewahren, ebenso alte Sorten, die der Handel nicht mehr anbietet. Außerdem hat Prellers Seerosenwelt rund 60 tropische Sorten im Programm. Viele Kunden gäben sich nicht mehr mit der Überwinterung ab. Das sei wie mit Geranien für die Balkonbepflanzung, die würden auch jedes Jahr wieder neu gekauft. Blaue Blüten beispielsweise gebe es aber nur bei den tropischen Sorten, und mancher Gartenteichbesitzer wolle das Besondere. Der Nachbar ziehe dann gern nach, schmunzelte Preller.

Die meisten Pflanzen werden ein Jahr kultiviert, bis sie ver- kauft werden, aber es gehen auch Jungpflanzen "über den Ladentisch". Pro Jahr gehe das "in die Zehntausende", wie Preller sagte. Das Standardsortiment sei immer gefragt, viele Kunden legten Wert auf große Blätter, die den Teich beschatten. Bei den Farben der Blüten werde die ganze Palette gekauft.

Im Februar/März bezieht Preller die Rhizome. Die winterharten Sorten werden ausschließlich draußen kultiviert, für die tropischen Sorten wurden Gewächshäuser gebaut. Von April bis September läuft der Verkauf. Vormittags werden Pflanzen für den Versand verpackt, nachmittags (15 bis 19 Uhr) ist für den Hofverkauf geöffnet, und sonnabends steht das Tor zur Seerosenwelt von 9 bis 16 Uhr offen.

"Viele Leute wollen Beratung, denn beim Anlegen eines Gartenteiches kann man viel falsch machen", erzählte Preller. Als Autodidakt habe er selbst einiges Lehrgeld zahlen müssen. Seine Erfahrungen und das inzwischen umfangreich erworbene Wissen gibt er gern weiter, zum Beispiel Tipps zur Überwinterung tropischer Sorten, zur Pflanztiefe, die eine Sorte benötigt, zur technischen Ausrüstung des Teiches oder dazu, wie ein Teich so bepflanzt wird, dass man über viele Monate hinweg die Blütenpracht bewundern kann.

Das i-Tüpfelchen für den Teich werde dann mit Fischen gesetzt, sagte der Dodendorfer, und so runden Kois, Goldfische und andere Arten das Sortiment ab. Die Fische würden aber nicht in Paketen verschickt, die müsse man sich schon auf dem Hof abholen, sagte er.

Die Frösche dazu kämen von allein, so Preller. "Hier quaken jeden Sommer Tausende." Und manche Nacht raubten ihm deren Konzerte den Schlaf.