Interview mit Eamonn Sinnott

Intel-Manager: „Tradition und Halbkugeln – ich freue mich auf Magdeburg“

Im Gespräch mit Eamonn Sinnott, dem künftigen Intel-Manager für die Ansiedlung und den Betrieb in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt.

Von Rainer Schweingel Aktualisiert: 11.05.2022, 21:24 • 11.05.2022, 18:06
Eamonn Sinnott, General Manager Intel Irland, soll den Bau der Chipfabriken des US-Chipherstellers in Magdeburg phasenweise betreuen.
Eamonn Sinnott, General Manager Intel Irland, soll den Bau der Chipfabriken des US-Chipherstellers in Magdeburg phasenweise betreuen. (Foto: dpa)

Dublin - Wenn Intel ab 2023 in Magdeburg mit dem Bau von zunächst zwei Chipfabriken beginnt, werden die Arbeiten von einem erfahrenen Mann geleitet: Eamonn Sinnott. Er ist seit 2010 Generalmanager für Irland und hat das Werk in Leixlip maßgeblich mitentwickelt. Rainer Schweingel traf ihn beim Besuch in Irland. Das sagt Eamonn Sinnott über:

Magdeburg: Ich habe alle Standorte vor der Entscheidung besucht, so auch Magdeburg, das einen sehr guten Eindruck hinterlassen hatte. Ich freue mich auf Magdeburg.

Die Vorzüge Magdeburgs gegenüber anderen Standorten: Das waren viele Faktoren. Einige davon sind die großartige Tradition beim Ingenieurwesen und in der Mathematik. Mir sind die Magdeburger Halbkugeln bekannt. Auch die Verfügbarkeit von Fläche, Wasser und Strom war sehr wichtig.

Über die besonderen Herausforderungen bei der Ansiedlung in Magdeburg: Das ist schwer zu sagen bei einem so großen Projekt, das mehrere Jahre braucht. Da gibt es viele Phasen mit jeweils speziellen Herausforderungen. Das Erste wird sein, dass in Magdeburg alle an Bord sein werden, die Region hinter der Investition steht und begeistert ist. Wichtig sind auch die Genehmigungsverfahren, der Baubeginn, der Bau selber und der Einbau der Technik.

Über den Produktionsstart 2026: Wir sind bereit dafür. Wenn alle Genehmigungen so da sind wie besprochen, werden wir 2026 als Produktionsstart schaffen.

Über die Wünsche an die Stadt Magdeburg und die Landesregierung: Eine schwierige Frage: Ich möchte erst einmal vor Ort alles verstehen. Und ich wünsche mir, dass alle verstehen, was wir tun. Die Fabrik in Irland trägt rund 2,7 Milliarden Euro zur lokalen Wertschöpfung bei. Das ist doch eine Sache, auf die wir alle bauen können. Dazu kommt unser soziales und kulturelles Engagement. Dazu gehört unser Programm, bei dem Intel-Mitarbeiter zum Beispiel in einem Kindergarten Wände putzen und für die die Intel Foundation für jede geleistete Stunde noch Geld obendrauf gibt. Da kann man sich das mal hochrechnen. Wenn jeder der 3500 Mitarbeiter pro Jahr rund 30 Stunden ehrenamtlich arbeitet, kommt schon etwas zusammen. Erstmal wollen wir uns aber alle gegenseitig kennenlernen und gegenseitig verstehen und sehen, was wir am besten daraus machen können. Wenn man die Ziele der EU-Förderung sieht und wenn man Technologie und Unabhängigkeit mag, dann mag man auch das Intel-Projekt.

Über die Auswirkungen auf den Zeitplan wegen der Pandemie und der Ukraine-Krise: Das ist noch nicht genau zu sagen. Die Krise zeigt aber einmal mehr, wie wichtig die transatlantische Partnerschaft mit Europa ist und dass Wertschöpfungs- und Produktionsketten zurückgeholt werden.