Halle (dpa) l Im sogenannten "Reichsbürger"-Prozess gegen den ehemaligen Mister Germany, Adrian Ursache, ist die Verhandlung am Donnerstag durch Verfahrensdiskussionen verzögert worden. Die Verteidiger des Angeklagten, dem unter anderem versuchter Mord vorgeworfen wird, monierten, dass Gericht handele nicht rechtsstaatlich. Es habe die Beweisaufnahme vor dem Landgericht Halle zu früh beendet. Wichtige Zeugen hätten dadurch nicht gehört und Beweise nicht vorgelegt werden können.

Richter Jan Stengel hatte die Beweisaufnahme am vergangenen Verhandlungstag für beendet erklärt. Im anschließenden Plädoyer forderte die Staatsanwaltschaft für den Angeklagten acht Jahre Haft wegen versuchten Mordes, Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, gefährliche Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Er soll sich im August 2016 der Zwangsräumung seines Grundstücks in Reuden im Burgenlandkreis widersetzt und dabei auf einen Polizeibeamten geschossen haben.

Der Verfassungsschutz rechnet Ursache der "Reichsbürger"-Bewegung zu. "Reichsbürger" erkennen die Bundesrepublik, deren Gesetze, Vertreter und Gerichte nicht an. Der Angeklagte bestreitet dies.