Magdeburg l Schlummernde Autofahrer, „tanzende“ Fußgänger – auch das war das Jahr 2019 für Sachsen-Anhalts Polizei:

| Obacht bei jeder Silvesterparty... Wer so richtig auf den Putz haut, gegen Haustüren tritt und herumschreit, der sollte zum einen keine direkten Nachbarn haben und vor allem nicht per Haftbefehl gesucht werden. Ein 28-Jähriger (drei Promille) erfüllt in Stendal am letzten Silvesterabend beides. Er muss den Jahreswechsel in der JVA verbringen. Vielleicht ist er dieses Jahr schlauer.

| Tanzen ist gut für die Gesundheit... außer es geschieht volltrunken nachts auf dem Gehweg. So melden Zeugen Mitte September der Polizei in der Börde einen Mann, der sich nicht auf den Beinen halten kann. Er tänzelt auch vor den Beamten hin und her und gibt an, bei einer Bekannten zu Gast zu sein. Nur wo? Erst nach einer Weile Bedenkzeit, kann er die Polizisten zur Wohnung seiner Gastgeberin führen. Diese bestätigt: Ja, der gehört hier her!

l Wenn es zischt und nicht rumst ... dann ist es kein Gasleck. Die Polizei eilt Ende Oktober wegen eines lauten Zischens zum Nachtbriefkasten des Amtsgerichtes Wolmirstedt. Ein Mann, der seine Post dort einwerfen will, vermutet, dass möglicherweise eine Gasleitung Leck geschlagen ist. Auch die Polizisten hören das Geräusch. Die Ermittlungen ergeben, dass sich in dem Kasten irgendwelche Vögel aufhalten. Im Protokoll heißt es: Solche Laute geben in Mitteleuropa unter anderem die Kohlmeise und der Zaunkönig ab. Durch dieses schlangenähnliche Zischen werden Fressfeinde vom Schlafplatz ferngehalten. Die Tiere haben damit auch Erfolg und die Polizisten lassen die Vögel weiter schlafen.

l Witzig gemeint, kommt nicht immer auch so an ... So löst ein Mann in Gommern (Jerichower Land) einen Polizeieinsatz aus. Der Grund: Mehrere mit Sturmhauben maskierte Männer jagen ihren Kumpel aus dem Bett, um ihn zum Junggesellenabschied zu „entführen“. Die witzig gemeinte Überraschung geht schief: Nachbarn alarmieren die Polizei. Sie geben an, Kidnapper mit Sturmhauben und Schreckschusspistolen gesichtet zu haben. Vor Ort trafen die Beamten aber nur die feierwütige Männergruppe an - Schreckschusswaffen entdecken sie nicht.

l Wer höflich ist, ... hat dabei nicht immer Glück. So hätte sich ein 22-Jähriger im Februar am Hauptbahnhof in Halle wohl lieber nicht so überschwänglich freundlich an zwei Bundespolizisten mit einer Frage wenden sollen. Zur freundlichen Begrüßung zieht der junge Mann auch höflich seine Hand aus der Jackentasche. Dumm nur, dass dabei auch ein Tütchen mit Drogen direkt vor die Füße der Beamten fällt. Auch wenn sich die Antwort auf die Frage auch da erübrigt haben mag, die Polizisten übergeben dennoch nett die Strafanzeige.

 l Die einschläfernde Wirkung ... einer Bahnschranke ist nicht zu unterschätzen. So staunen Polizisten Mitte Juli über eine 47-jährige Autofahrerin in Tangerhütte (Landkreis Stendal), die mit ihrem Wagen und laufendem Motor an einer offenen Bahnschranke steht. Auch auf das Klopfen an der Scheibe und Öffnen der Tür reagiert sie nicht. Erst nach dem unsanften Wecken erfährt die Frau, dass sie mit 1,65 Promille tief und fest eingeschlafen ist.

l Nachts ist es draußen oft dunkel ... und nicht jedem Ganoven scheint das bekannt zu sein. Ein Audi A3 flüchtet im April nach Mitternacht in Bernburg (Salzlandkreis) vor einer Polizeistreife mit hoher Geschwindigkeit. Der Fahrer schaltet das Licht aus, damit seine Verfolger ihn nicht mehr sehen. Dummerweise gilt das aber auch für ihn. Im Blindflug schießt das Auto über einen Erdwall und kommt auf einem Acker zum Stehen.