Magdeburg l Ein blinder Passagier auf einem ICE, ein Ausreißer, der ein Polizeiauto kapert oder „kreative“ Bastler – auch das ist das Jahr 2020 für Sachsen-Anhalts Polizisten:

  • Möchtegern-Rotwams zu dick für Kamin: Ein 18-Jähriger aus der Nähe von Sangerhausen nimmt sich am Neujahrstag offensichtlich den Weihnachtsmann als Vorbild und will in eine Ferienunterkunft zur Silvesterfeier absteigen. Doch dafür ist er wohl zu dick. Obwohl er schon halbnackt ist, bleibt er stecken und ragt mit dem Oberkörper aus dem 15 Meter hohen Schornstein heraus. Es geht weder vor noch zurück. Erst nach Stunden wird er vermisst und auf dem Schlot entdeckt. Feuerwehr und THW können ihn unterkühlt bergen.
  • Einbrecher hamstern für den Notfall: Die Furcht vor ausgehendem Toiletten-Papier im April erfasst auch die Unterwelt. So erbeuten Einbrecher in Halberstadt zahlreiche Rollen der begehrten Ware aus einem Keller. Einen ähnlichen Vorfall meldet auch die Polizei in Aschersleben. Dort erbeuten die Täter noch zusätzlich Konserven.

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  • Magischen Wechsel am Steuer entzaubert: Dieser Trick hätte fast funktioniert: Zwei Oschersleber (22 und 29 Jahre) werden im August von einer Polizeistreife gestoppt. Als das Fahrzeug zum Stehen kommt, wechseln Fahrer und Beifahrer blitzschnell die Plätze. Pech: Die Beleuchtung, auch gegen Mitternacht, reicht erstens aus, um den Trick zu entzaubern. Zweitens sind beide mit 0,6 Promille ohnehin gleich angetrunken. Zudem wird beim tatsächlichen Fahrer noch Drogenkonsum nachgewiesen. Einen Führerschein können die Polizisten übrigens nicht einziehen. Er ist gar nicht vorhanden.
  • Die Sache stinkt: Im August müssen Stendaler Beamte ein prügelndes Pärchen in einem Auto trennen. Ausgangspunkt: Die 23-jährige Beifahrerin war vor der Fahrt in einen Hundehaufen getreten. Das Missgeschick sorgt im Auto für Streit. Der 32-jährige Fahrer ist derart erbost, dass er die Frau beschimpft. Diese wiederum versucht ihm den stinkenden Schuh über den Kopf zu ziehen. Die Situation eskaliert, so dass erst die Beamten beide trennen können.
  • „Helles“ Köpfchen: Besonders kreativ zeigt sich ein 21-jähriger Mopedfahrer aus Havelberg beim Eigenbau seines Zweirades. So schweißt er sich nicht nur das Fahrgestell selbst zusammen. Er baut angeblich auch einen 40 PS-Motor ein, der sich später aber nur als „Spatz“-Antrieb herausstellt. Zu dumm: Die Lampen sind so „provisorisch“ angebracht, dass die Polizei darauf im November aufmerksam wird. Angesichts der Tatsache, dass er weder einen Führerschein noch eine Zulassung oder Versicherung besitzt, hagelt es statt eines Erfinderpreises nur Anzeigen.
  • Hund kapert Polizeiauto: Als cleveres Bürschchen entpuppt sich ein herrenloser Hund in Flechtingen (Börde). Der im Ort als „Ausbrecherkönig“ bereits bekannte Vierbeiner, macht Mitte März am Straßenrand auf sich aufmerksam und will ganz offensichtlich ein Polizeiauto als Mitfahrgelegenheit nutzen. Als der Wagen anhält und der Beifahrer aussteigt, nutzt das Tier die Gelegenheit und springt ins Auto. Kurzum: Nett geguckt, Polizei-Taxi gekapert, schon ist die Fahrt nach Hause gesichert.
  • Blinder Passagier auf ICE: Ein 35-Jähriger erweist sich am Hauptbahnhof Halle im September als besonders sportlich, als die Zigarettenpause zu lange dauert. Weil die Türen schon geschlossen sind, springt der Mann zwischen Lok und dem ersten Wagen des IC Wien-Berlin. Er hält sich dort an den Leitungen fest und surft so als „Stuntman“ etwa 20 Kilometer weit, bis er geschnappt ist.