Magdeburg (dpa) l Im Kampf gegen den Borkenkäfer soll die Bundeswehr in Sachsen-Anhalt in Waldgebieten im Harz sowie in Anhalt-Bitterfeld und im Raum Wittenberg ausrücken. Darauf haben sich Vertreter des Landes, des Landeskommandos sowie der Waldbesitzer bei einem Arbeitstreffen am Mittwoch in Magdeburg geeinigt, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagte. Auch die Art der Unterstützung sei konkretisiert worden. So sollen die Soldaten befallene Bäume nicht nur erkennen, fällen und aus dem Wald holen, sondern auch Insektenvernichter verbreiten und Waldwege befahrbar machen.

Viele reine Fichtenwaldgebiete in Sachsen-Anhalt wie in anderen Teilen Deutschlands sind nach den Sturmschäden im Vorjahr und anhaltender Trockenheit von einer Borkenkäferplage betroffen. In Sachsen hatten die ersten Motorkettentrupps der Bundeswehr bereits am Dienstag mit ihrem Kampf gegen den Borkenkäfer begonnen.

Vorige Woche hatte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) ein Angebot des Bundes angenommen, zum Eindämmen des Schädlings das Militär einzusetzen. Um den Einsatz auszulösen, muss Sachsen-Anhalt formal noch einen Antrag stellen. Dieser Schritt werde derzeit vorbereitet, sagte der Sprecher des Innenministeriums weiter. Wann genau das Land den Antrag stellt und wann daraufhin der Einsatz der Soldaten beginnen kann, ließ das Ministerium zunächst offen.

Der Nationalpark Harz wird von dem Einsatz ausgenommen. Dort werden menschliche Eingriffe in natürliche Prozesse auf ein Minimum reduziert. Auch im landeseigenen Wald soll das Militär nicht eingesetzt werden, wie eine Ministeriumssprecherin weiter sagte.