Magdeburg l Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner (CDU) hat sich für eine Vereinheitlichung der bundesweiten Abiturprüfungen ausgesprochen. Das Ziel müsse eine „inhaltlich zentral vorgegebenes Abitur" sein, so Tullner gegenüber der Volksstimme.

Zwar gibt es bereits die Verabredung, dass die Länder sich für die Abitprüfungen in wichtigen Fächern aus gemeinsamen Aufgabenpools bedienen. Daran halten sich aber längst nicht alle Länder. „In den vergangenen beiden Jahren gab es innerhalb der Länder immer Momente, in denen vom gemeinsamen Weg abgewichen wurde. Klar ist, dass Sonderwege unterbleiben müssen, wollen wir unsere jahrelangen Bemühungen nicht selbst torpedieren", so Tullner. „Wir stehen gemeinsam in der Pflicht in der Bildungspolitik, die Ländersache ist und bleiben soll, nicht in Kleinstaaterei zu verfallen." Jedes Bundesland solle auch in Zukunft eigene Schwerpunkte setzen dürfen. „Wird dabei aber die Axt an gemeinsame Standards gelegt, legen wir gleichzeitig die Axt an den Bildungsförderalismus."

Unterstützung vom Koalitionspartner

Vom Koalitionspartner SPD bekommt Tullner Unterstützung. Allerdings müsste jetzt eine konkrete Agenda folgen, wie das zentrale Abitur tatsächlich erreicht werden könne, sagte SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Pähle der Volksstimme. Bislang seien alle derartigen Versuche gescheitert. „Viele Schüler und Eltern haben kein Verständnis dafür, dass es unterschiedliche Standards beim Abitur gibt", so Pähle. Nach seiner Ansage müsse Tullner nun aber auch liefern.

Linken-Bildungspolitiker Hendrik Lange sieht in den Anküdigungen Tullners lediglich ein Ablenkungsmanöver. „Wir haben viel größere Probleme im Bildungssystem, zum Beispiel den Lehrermangel", so Lange. Wenn Tullner dennoch ein Zentral-Abi forciere, müsse man sich auch über Dinge wie den Ferienstart Gedanken machen. Bei einheitlichen Aufgaben müssten die Prüfungen nämlich auch zeitgleich in Deutschland stattfinden.

Tullner sagte, er unterstütze die bundesweite Debatte um zentrale Leistungsanforderungen und Inhalten ausdrücklich. „Erreichen wir dieses Ziel nicht, machen wir uns überflüssig", so der CDU-Politiker. Die Grundlage für ein einheitliches Abi sei mit den Aufgaben-Pools bereits geschaffen. Einer Weiterentwicklung zu noch mehr Vereinheitlichung und zu einem weiteren Ausbau stehe nichts im Weg. „Nur müssen wir diesen Weg auch konsequent gehen."