Magdeburg l Wenige Tage nach Bekanntwerden des Starts der ersten beiden Grundschulverbünde im Harzkreis hat die oppositionelle Linke Kritik an den Regeln für die Zusammenschlüsse bekräftigt. Die Regelungen seien zu starr, das Unterrichtsangebot verschlechtere sich, sagte Fraktionschef Thomas Lippmann am Mittwoch der Volksstimme.

Die seit der Schulgesetzreform 2018 mögliche Fusion von Grundschulen soll den Erhalt kleiner Standorte unter 60 Schülern erlauben. Dazu können sich solche Standorte größeren Schulen anschließen und sich mit ihnen Leitung und Personal teilen – so die Idee.

Tatsächlich müssen Grundschulen bei einem Zusammengehen aber Einbußen beim Lehrpersonal hinnehmen, sagte Lippmann. Bei der Bildung eines Verbunds aus einer 100 Schüler zählenden Grundschule mit einer kleineren Einrichtung mit 50 Schülern falle rechnerisch fast eine halbe Lehrkraft weg. An der Wirklichkeit vorbei gehe auch, dass je Hauptstandort nur eine Außenstelle möglich sei. Viele Gemeinden hätten drei oder vier Grundschulen, die für Verbünde infrage kämen.

Ministeriumssprecher Stefan Thurmann sagte: Bei Verbünden sehr kleiner mit größeren Standorten gebe es unter dem Strich zwar Einbußen bei der Personalausstattung, dafür entfielen aber Schulleitungsaufgaben. Zur Idee mehrerer Außenstellen bei einem Hauptstandort gebe es bereits Modellversuche.