Magdeburg (dpa) l Die psychosoziale Beratung für Betroffene von DDR-Unrecht wird aus Sicht von Sachsen-Anhalts Aufarbeitungsbeauftragter Birgit Neumann-Becker gut angenommen. Im vergangenen Jahr gab es 185 Einzelberatungen, im Jahr zuvor waren es 114 Fälle.

Das Hilfenetz für Menschen, die noch heute akute psychische oder körperliche Folgen von DDR-Unrecht spüren, befinde sich weiter im Aufbau, erklärte sie. „Das Kompetenznetzwerk für psychosoziale Betreuung und Therapie ist auf nunmehr 96 Personen angewachsen. Das ist mir deshalb wichtig, weil wir Menschen in dem Flächenland ortsnah helfen können müssen“, sagte die Landesbeauftragte. Psychotherapeuten, Ärzte, Seelsorger seien im Netz verfügbar.

Der konkreten Hilfe geht ein erstes Gespräch in Magdeburg voraus. „Da können wir herausfinden, ob eher eine seelsorgerische Begleitung nötig ist oder eine ärztliche Beratung“, sagte die Landesbeauftragte. Hilfe suchen etwa Opfer von DDR-Staatsdoping oder ehemalige Heimkinder. Es könne sein, dass Betroffene auch Jahre nach den Geschehnissen Mühe haben, ihren Alltag zu absolvieren, sagte Neumann-Becker. Schlafstörungen und Ängste spielten dabei eine Rolle.