Griebo (dpa) l Archäologen haben bei Griebo (Landkreis Wittenberg) einen Jahrtausende alten Siedlungsplatz entdeckt. „Die Siedlung am Ostufer des Ziekoer Baches war ein eisenzeitliches Produktionszentrum, das bis in das Mittelalter existierte“, sagte Projektleiterin Susanne Friederich am Donnerstag.

Vor 2450 Jahren sei hier mit der Produktion von Schmuck und Werkzeugen begonnen worden. „Das beweisen dicht beieinander liegende Gruben, die als Herd-, Schmiede- und Produktionsgruben genutzt wurden“, sagte Friederich. Auch die Verhüttung und Verarbeitung von Eisen, sowie das Brennen von Kalk, habe hier stattgefunden.

Im Jahr 900 ging die Siedlung laut Archäologen bei einem Brand abrupt unter. Die Bewohner konnten deshalb kaum etwas mitnehmen. Gefunden wurde unter anderem ein Armreif aus Bronzeblech aus römischer Herkunft. Aufgrund des geringen Durchmessers wurde das mit Kreisaugen verzierte Schmuckstück wahrscheinlich von einem Kind getragen. Der Brand konnte anhand von verkohlten Holzresten nachgewiesen werden. Auch die hölzerne Hauskonstruktion eines Grubenhauses blieb erhalten. Hintergrund der Grabung ist die Erneuerung einer rund 50 Kilometer langen Ferngasleitung.