Magdeburg (dpa) l Die Landkreise in Sachsen-Anhalt haben im vergangenen Jahr fast 1,7 Millionen Euro für Sozialbestattungen ausgegeben. Damit kam die öffentliche Hand in mehr als 1300 Fällen für die Beisetzung Toter auf, wie das Statistische Landesamt auf Anfrage mitteilte. Das waren rund 120 Fälle weniger als im Vorjahr. Die Kommunen rechnen aber damit, dass Sozialbestattungen zunehmen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Als Gründe nannten sie unter anderem die wachsende Altersarmut.

In Magdeburg werden Tote ohne Angehörige auf einem speziellen Urnengrabfeld auf dem Westfriedhof beigesetzt. "Jeder Bestattungsplatz ist mit einer Keramikplatte, die Namen sowie Geburts- und Sterbedaten aufführt, versehen", teilte die Stadt mit. Bei den Bestattungen, für die Halberstadt sorgen muss, gibt es hingegen keine Namenstafeln: Die Toten finden auf der grünen Wiese in einer Gemeinschaftanlage ihre letzte Ruhe.

Die Landeshauptstadt meldet einen langjährigen Zuwachs von Todesfällen, bei denen kein Angehöriger die Beerdigung veranlasste: Waren es 2003 erst 85, verdoppelte sich diese Zahl im vergangenen Jahr. Nicht alle Gestorbenen hätten tatsächlich keine Angehörigen, hieß es. Oft seien die Familienverhältnisse zerrüttet und die Verwandten weigerten sich zu zahlen.

In Stendal liefen für Sozialbestattungen im vergangenen Jahr rund  18 000 Euro Kosten auf, ebenso in Quedlinburg im Harz. Die Welterbe-Stadt sei letztlich aber nur auf 4400 Euro sitzen geblieben, rechnete die Verwaltung vor. In allen anderen Fällen konnten die Kosten aus dem Nachlass der Gestorbenen finanziert werden oder wurden nachträglich von den Verwandten zurückerstattet.