Fundtier

Spaziergänger entdecken Tigerpython auf dem Weg zum Ballenstedter Dachsteich

Schlange ist jetzt im Ascherslebener Zoo.

Von Susanne Thon
Spaziergänger entdecken Tigerpython
Spaziergänger entdecken Tigerpython Foto: Feuerwehr Ballenstedt

Ballenstedt/MZ - Katzen: ja. Auch wegen eines Rehs ist die Ballenstedter Feuerwehr schon ausgerückt - es war ins Wasser gefallen. Aber dass mal eine Würgeschlange einen Einsatz auslösen würde? „Das kam schon überraschend“, sagt Cordelia Wurg, Pressewartin der Feuerwehr Stadt Ballenstedt. Und in ihrem Tonfall schwingt ein Respekt mit, wie man ihn haben sollte, wenn man mit solchen Tieren zu tun hat. „Im ersten Moment überlegt man da schon: Mmh. Was jetzt?“

Spaziergänger waren es, die die 1,50 Meter lange Schlange auf dem Weg zum Dachsteich entdeckten und Hilfe alarmierten. Sie identifizierten das Tier als Python - und tatsächlich war’s ein Tigerpython. Er „war richtig schön voll gefressen, satt und zufrieden, lag ganz friedlich da und hat sich gesonnt“, sagt Wurg. Die Feuerwehrleute aus Ballenstedt, fünf waren im Einsatz, sicherten die Einsatzstelle, setzten sich zunächst mit der Tierrettung in Blankenburg, dann mit dem Ascherslebener Zoo in Verbindung.

Mitarbeiter vom Ascherslebener Zoo holen den Python in Ballenstedt ab.
Mitarbeiter vom Ascherslebener Zoo holen den Python in Ballenstedt ab.
Fotos: Feuerwehr Ballenstedt

Dort, in einem Quarantäne-Terrarium, ist der Tigerpython, auch erst mal untergekommen. Gleich nach dem Anruf hatten sich Wirtschaftshofchef Holger Zufelde und sein Kollege ins Auto gesetzt, fuhren von Aschersleben nach Ballenstedt. Wie lange die Schlange, der es nach ihrem Ausflug in Freiheit „gut geht“, jetzt in der Ascherslebener Einrichtung bleibt, ist noch ungewiss. Wo sie herkam? Ob sie ihrem Halter ausgebüxt ist oder sie jemand gar ausgesetzt hat? Das war am Sonntagnachmittag noch nicht geklärt.

Fakt ist: Ernsthafte Gefahr bestand Zufelde zufolge nicht: „Klar, Tigerpythons beißen auch, und das tut weh. Aber sie sind ungiftig.“ Schlangen auf Abwegen: Das kommt immer wieder mal vor. Erst am Freitag war nach gut sieben Wochen ein ausgebüxter Netzpython in Haldensleben in einem Keller gefunden worden. Das Tier befand sich in sehr schlechter Verfassung und wird jetzt in einer Schlangenfarm im Landkreis Harz wieder aufgepäppelt. Die Suche nach dem Tier war schon eingestellt worden.