Magdeburg (dpa) l Die Vermittlung von Sprachkenntnissen und der sichere Umgang mit der deutschen Sprache ist nach Auffassung von Sachsen-Anhalts Bildungsminister Marco Tullner eine zentrale Aufgabe von Schule. "Klar ist aber auch, es braucht dafür Grundlagen, die meist im Vorschulalter gelegt werden", teilte der CDU-Politiker am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur mit. An vielen Schulen in Sachsen-Anhalt gebe es deshalb eine intensive Kooperation zwischen Grundschule und Kindertagesstätte. Gerade bei Schülern mit nichtdeutscher Herkunft "zeigen sich hier aber oft die Grenzen", so der Minister.

Tullner reagierte damit auf einen Vorstoß des stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Carsten Linnemann. Dieser hatte sich dafür ausgesprochen, Kinder, die nicht gut Deutsch sprechen, von der Einschulung zurückzustellen. "Die Äußerungen von Herrn Linnemann sind sicherlich sehr zugespitzt und leider auch etwas verkürzt", erklärte Tullner. Wenn der Bildungserfolg gelingen solle, müssten im Vorschulalter alle Beteiligten an einem Strang ziehen. "Letztlich darf die Verantwortung hier nicht allein den Schulen übergeholfen werden."