Halle (dpa) | Dessau-Roßlau ist für Arbeitgeber in Sachsen-Anhalt ein vergleichsweise teures Pflaster. In keiner Region im Land waren die Lohnkosten je Beschäftigten höher, wie das Statistische Landesamt am Montag mitteilte. Demnach gaben die Arbeitgeber pro Kopf im Jahr 2017 im Schnitt fast 37.000 Euro aus. In Halle waren es mit 36.600 knapp 350 Euro weniger. Magdeburg lag im Schnitt bei 36.260 Euro.

Schlusslicht war Mansfeld-Südharz, wo die Lohnkosten pro Kopf und Jahr (31.427 Euro) gut 5500 Euro unter dem Wert von Spitzenreiter Dessau-Roßlau lagen. Im Landesschnitt kostete ein Arbeitnehmer 34.470 Euro. In den Landkreisen wurden im Schnitt 33.550 Euro pro Jahr gezahlt. Damit lagen die kreisfreien Städte vor allen Landkreisen. Die Statistiker begründen das damit, dass höher vergütete Jobs sich nach wie vor oft in den Städten konzentrieren.

Die Lohnkosten setzen sich aus allen Geld- und Sachleistungen sowie Sozialbeiträgen zusammen, die ein Arbeitgeber für einen Beschäftigten zahlt. Die Durchschnittszahlen werden jedoch auch davon beeinflusst, wie viele Arbeitnehmer Vollzeit oder Teilzeit arbeiten und wie viele sozialversicherungspflichtige Jobs es gibt.

Lohnkosten steigen um 3,3 Prozent

Im Schnitt stiegen die Lohnkosten in Sachsen-Anhalt binnen eines Jahres um 3,3 Prozent. Einen besonders großen Zuwachs berechneten die Statistiker für den Saalekreis: Dort sorgten überdurchschnittliche Lohnzuwächse bei Industrie wie Dienstleistern für ein Plus von 4,9 Prozent. Im Kreis Salzwedel war das Plus mit 0,2 Prozent am geringsten. Dort gab es weniger Industriebeschäftigte als im Vorjahr, aber mehr Mini-Jobber, wie es zur Begründung hieß.