Barleben l Das Pharmaunternehmen Salutas will in Sachsen-Anhalt mehr als 60 Stellen abbauen. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte am Freitag der Volksstimme, dass Ende nächsten Jahres das sogenannte Maintenance Regulatory Center (MRC) in Barleben (Börde) schließen solle. Das MRC erarbeitet Dossiers für die Zulassungsbehörden. Dem Vernehmen nach soll die Arbeit nach Indien und Slowenien ausgelagert werden.

Die Umstrukturierungsmaßnahmen hätten zum Ziel, „die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in einem von Preis- und Kostendruck geprägten Umfeld langfristig sicherzustellen“, sagte die Sprecherin. Im Kernbereich des Standorts, der Produktion und Distribution, solle Barleben seine Position als strategischer Hersteller und Lieferant innerhalb des Novartis-Produktionsnetzwerks weiter stärken.

Sterben auf Raten?

Betriebsratschef Thomas Rettig sagte der Volksstimme: „Wir werden den Eindruck nicht los, dass unser Standort, den wir in über 20 Jahren mit vereinten Kräften aufgebaut haben, systematisch ausgehöhlt wird. Wir haben Angst vor einem Sterben auf Raten.“

Nach eigenen Angaben produziert das Unternehmen in Barleben jährlich etwa acht Milliarden Tabletten und verteilt deutschlandweit 200 Millionen Arzneimittelpackungen. In Osterweddingen (Börde) werden Salben, Cremes, Gele und Hormontabletten hergestellt. Die Salutas Pharma GmbH gehört als Tochterunternehmen von Sandoz zur Novartis-Gruppe. In Barleben, Osterweddingen und Magdeburg würden rund 1500 Mitarbeiter beschäftigt.