Warten auf den bescheid Steuererklärung: Diese Finanzämter in Sachsen-Anhalt brauchen besonders lang
Wer seine Steuererklärung abgibt, möchte am liebsten recht schnell den Bescheid des Finanzamtes bekommen. Doch mitunter müssen Steuerpflichtige einige Zeit warten, denn die regionalen Unterschiede in Sachsen-Anhalt sind groß.

Halle (Saale)/Magdeburg. – Steuerpflichtige in Sachsen-Anhalt haben 2025 im Durchschnitt 50,4 Tage auf ihren Steuerbescheid gewartet. Damit liegen die Finanzämter in der Region auf dem achten Platz im Vergleich mit anderen Bundesländern, wie aus einer Erhebung des Portals "Lohnsteuer-kompakt" hervorgeht.
Besonders schnell waren laut der Erhebung die Finanzämter in Berlin, die durchschnittlich 46,3 Tage für die Bearbeitung der Steuererklärung benötigten. Auf dem letzten Platz liegen die Behörden in Bremen, die durchschnittlich erst nach 74,3 Tagen den Steuerbescheid verschickten. Der bundesweite Durchschnitt beträgt 50,2 Tage.
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Schnellstes Finanzamt in Sachsen-Anhalt: Salzwedel mit 39 Tagen
Auch bei den 14 Finanzämtern in Sachsen-Anhalt zeigen sich deutliche Unterschiede bei der Bearbeitungsdauer. Am schnellsten war 2025 das Finanzamt Salzwedel. Für die Bearbeitung einer Steuererklärung brauchte die Behörde laut der Erhebung durchschnittlich 39,3 Tage.
Das zweitschnellste Finanzamt in Sachsen-Anhalt war 2025 das Finanzamt Dessau-Roßlau (42,6 Tage Bearbeitungszeit), das drittschnellste das Finanzamt Naumburg (43,1 Tage Bearbeitungszeit).
Das langsamste Finanzamt in Sachsen-Anhalt war im vergangenen Jahr das Finanzamt Genthin mit mehr als 71 Tagen Bearbeitungszeit.
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So lange brauchten die Finanzämter in Sachsen-Anhalt 2025 für eine Steuererklärung:
- Bitterfeld-Wolfen: 44,4 Tage
- Dessau-Roßlau: 42,6 Tage
- Eisleben: 44,3 Tage
- Genthin: 71,5 Tage
- Haldensleben: 52,1 Tage
- Halle: 52,5 Tage
- Magdeburg: 57,4 Tage
- Merseburg: 46,0 Tage
- Naumburg: 43,1 Tage
- Quedlinburg: 44,5 Tage
- Salzwedel: 39,3 Tage
- Staßfurt: 45,8 Tage
- Stendal: 61,4 Tage
- Wittenberg: 59,5 Tage
In zehn Bundesländern waren die Finanzämter 2023 langsamer als im Vorjahr
Insgesamt, so urteilt das Lohnsteuer-Portal, hätten sich die Bearbeitungszeiten vieler Finanzämter in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren verkürzt. Dass es dennoch große Unterschiede gibt, habe mehrere Gründe, so das Portal.
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Dazu würden die personelle Ausstattung der Finanzämter gehören, der Digitalisierungsgrad und die Anzahl komplexer Steuerfälle. Auch unvollständige Steuererklärungen würden oft für Rückfragen sorgen und die Zeit verlängern.
Die Durchschnittszahlen der Bearbeitungszeiten der Finanzämter wurden laut Angaben des Portals auf der Grundlage von mehr als einer Million anonymisierter Steuererklärungen, die über die Website Lohnsteuer-kompakt.de erstellt wurden, berechnet.
Insgesamt wurden die Bearbeitungszeiten von 482 Finanzämtern in Deutschland ausgewertet, die mindestens 50 Steuererklärungen bearbeitet haben.