Nichts soll gegen den Willen der Eltern geschehen, beteuert Linken-Chefin Birke Bull. Niemand werde den Kommunen Vorschriften machen. Und dennoch: Dass die Linke über ein Schulsystem ohne Gymnasium nachdenkt, ist ein gezielter Nadelstich.

Der wird für den anstehenden Wahlkampf Folgen haben. Die CDU, dieser Reflex funktioniert verlässlich, wird die Linkspartei als Abrissbirne am europäischen Kulturgut Gymnasium schmähen. SPD und Grüne werden gleich mitgeprügelt – das von Konservativen kritisch beäugte Projekt Gemeinschaftsschule stützen ja alle drei linken Parteien.

Der Grabenkampf um das Gymnasium wird allerdings davon ablenken, dass es Wichtigeres gibt als den ewigen Streit um Schulstrukturen. Für den Erfolg von Schülern braucht es motivierte Lehrer. Ein freundliches, schülerzugewandtes Klima. Einen Schulleiter, der all das organisieren kann. Wie sich das erreichen lässt, wird im Wahlkampf untergehen – leider.