Studenten-Protest gegen Kürzungen und Wegfall von Fächern

Von dpa

Halle - Hunderte Studenten haben am Mittwoch gegen die mögliche Kürzung von Stellen und den Wegfall von Fachrichtungen an der Martin-Luther-Universität (MLU) in Halle protestiert. „Die Pläne sind eine Gefahr für den Fortbestand der MLU“, schrieb der Studierendenrat am Mittwoch. Das Land sei in der Verantwortung, endlich eine auskömmliche Finanzierung sicherzustellen.

Das Rektorat der Uni hält wegen fehlender finanzieller Mittel etwa die Streichung von etwa 100 Vollzeitstellen für notwendig, um „eine nachhaltige Handlungsfähigkeit der Universität gewährleisten zu können“, hieß es in einer Vorlage, die am Mittwoch im Senat besprochen wurde.

Die Unterfinanzierung der MLU beläuft sich nach Angaben der Uni auf rund 15 Millionen Euro jährlich. Dafür soll auch eine „profilbezogene Verdichtung im Angebot der sogenannten kleinen Fächer“ vorgenommen werden. Das heißt, mehrere Fächer wie Latinistik, Indologie und Japanologie sollen gestrichen werden.

Die geplanten Maßnahmen seien laut Rektorat noch nicht mal hinreichend, um die Handlungsfähigkeit der Uni unter dem bestehenden Budget weiterhin gewährleisten zu können. Der jährliche staatliche Zuschuss müsse erhöht werden. Das Land wehrt sich gegen den Vorwurf, nicht genügend Geld zur Verfügung zu stellen. „Diese Aussage ist in keiner Weise nachvollziehbar und wird seitens des Ministeriums scharf zurückgewiesen“, teilte ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums mit. „Klar ist bereits jetzt, dass das Wissenschaftsministerium eine Absenkung der Leistungsfähigkeit der Universität Halle weder akzeptieren noch einen von Dritten befürchteten "Kahlschlag" zulassen wird.“