Halle (jp) l Hummeln, die in der Stadt leben, sind größer als ihre Artgenossen auf dem Land. Das sollen erste Befunde einer neuen Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig zeigen.

Demnach sind die Insekten in Städten größer und dadurch sogar produktiver als Vertreterinnen derselben Art auf dem Land. Die Unterschiede in der Körpergröße könnten eine Folge der zunehmend zerstückelten Lebensräume in Städten sein, wie das Forschungsteam in der Fachzeitschrift „Evolutionary Applications“ schreibt.

Indikator für Lebensdauer

Für die Studie sammelten die Forscher mehr als 1800 Hummeln in neun Großstädten und deren ländlicher Umgebung. Die Hummeln aus urbanen, stärker fragmentierten Gebieten seien im Durchschnitt um etwa vier Prozent größer, sagt die Biologin Dr. Antonella Soro von der MLU. Die Körpergröße stehe im Zusammenhang mit dem Stoffwechsel eines Organismus und sei auch ein Indikator für Lebensdauer und Leistungsfähigkeit von Lebewesen, so Soro. Die Hummeln könnten dadurch mehr Pollen transportieren und produktivere Bestäuber sein.