Halle (dpa) | Wohnheim, WG oder alleine: Die Studierenden in Sachsen-Anhalt suchen sich lieber etwas Eigenes, als zu Hause bei den Eltern – im "Hotel Mama" – zu bleiben. Knapp 41 Prozent der Studenten und Studentinnen bevorzugten 2018 eine Wohnung, sagte Cort-Denis Hachmeister vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) im nordrhein-westfälischen Gütersloh. Das gehe aus einer CHE-Studie hervor. Vor 15 Jahren habe nur ein Drittel der Befragten in einer eigenen Wohnung gelebt. Rund 35 Prozent der Studierenden wohnten im vergangenen Jahr in einer Wohngemeinschaft mit anderen Menschen. 2003 waren es knapp 23 Prozent. Einen Wohnheimplatz hatten im vergangenen Jahr 15 Prozent der Studierenden im Land. Das waren in etwa so viele wie damals.

Das Interesse bei den Eltern zu bleiben, ging laut Studie hingegen stark zurück. 2018 wohnten nur acht Prozent der Studierenden noch bei Mama und Papa. 2003 war es noch jeder vierte Befragte im Land. Das habe verschiedene Gründe, sagte Hachmeister. Zum einen seien die Mietpreise in Sachsen-Anhalt im Vergleich zu anderen Bundesländern erschwinglich. "Der Anteil der "privat" wohnenden Studierenden ist in den Städten in Sachsen-Anhalt daher sehr hoch", erklärte der Sprecher weiter. Es gebe kaum Notwendigkeit, im "Hotel Mama" zu bleiben. Zudem seien etwa WGs für viele, junge Menschen reizvoller, weil sie dort auf Gleichgesinnte stoßen würden, so Hachmeister.

Fast alle Wohnheimplätze vergeben

Auch Wohnheime sind nach wie vor gefragt bei Studierenden – vor allem aus dem Ausland. Rund 55 Prozent der 1664 Wohnheimplätze des Studentenwerks Magdeburg belegten derzeit internationale Studierende, wie eine Sprecherin sagte. Beim Studentenwerk Halle waren 42 Prozent der 3322 Plätze von ausländischen Studenten und Studentinnen besetzt. Fast alle Wohnheimplätze in insgesamt sieben Städten des Landes sind den Angaben nach zum neuen Semester im Oktober vergeben.

Vor allem die günstige Miete – beim Studentenwerk Magdeburg kostet ein Quadratmeter Kaltmiete nach eigenen Angaben im Schnitt fünf Euro - und die gute Ausstattung seien für viele Interessierte ausschlaggebend, hieß es. Der Trend in den Wohnheimen gehe zudem weg von gemeinsamen Wohnbereichen hin zu Einzelapartments mit eigener Küche und eigenem Bad, sagten die beiden Sprecher.

Bundesweit lebten knapp 14 Prozent der Befragten laut Studie in einem Wohnheim. Die meisten Studierenden wohnten im vergangenen Jahr – im Gegensatz zu den Sachsen-Anhaltern – in einer WG. Das betrifft den Angaben nach rund 31 Prozent der Befragten. Am zweithäufigsten waren die Studierenden in Deutschland in einer Wohnung zu Hause (rund 27 Prozent). Jeder Vierte lebte noch bei den Eltern. In einem Wohnheim wohnten knapp 14 Prozent der Befragten.

Zu den größten Universitätsstandorten in Sachsen-Anhalt gehören den Angaben nach Halle und Magdeburg. Aber auch in Städten wie Merseburg, Wernigerode oder Bernburg können Studiengänge belegt werden. Das neue Hochschulsemester beginnt am 1. Oktober.