Weißenfels/Naumburg (dpa) l Fast ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines Säuglings in Weißenfels plant die Staatsanwaltschaft Naumburg auf der Suche nach der Mutter einen zweiten Reihengentest. Dafür würden gerade noch einmal die rechtlichen Grundlagen geprüft, sagte Staatsanwalt Jürgen Neufang. Für einen solchen Reihentest sei ein richterlicher Beschluss erforderlich. Die erste Testreihe hatte keinen Treffer erbracht.

Das Baby war Ende April 2017 in Weißenfels tot entdeckt worden. Der Körper wies Spuren massiver Gewalteinwirkung auf. Von der Mutter fehlt bisher jede Spur.

Zwischenzeitlich sei eine Verdächtige ermittelt worden, sagte Neufang. Im Zusammenhang mit einer Folge der MDR-Reihe "Die Spur der Täter" sei eine Kriminologin mit Einwohnern im Gespräch gewesen. Dabei habe es konkrete Hinweise auf eine Tatverdächtige gegeben. Die Spur habe sich aber als falsch herausgestellt.

"Ein Gentest hat ergeben, dass diese Frau definitiv nicht die Mutter des Babys ist", sagte Neufang. Beim ersten Reihentest mit etwa 200 Frauen sei sie durch das Raster gefallen. "Sie war nicht gemeldet", sagte Neufang.

Bisher gingen die Ermittler davon aus, dass die Mutter aus Weißenfels stammt, weil der Platz, an dem das Baby gefunden wurde, auf eine Ortskenntnis schließen lässt. Im Juni 2017 hatte sich die Stadt Weißenfels um die Beerdigung des Säuglings gekümmert.