Staßfurt l Der Verdi-Verhandlungsführer im Tarifstreit von Krankenhaus-Mitarbeitern und Klinikbetreiber Ameos, Bernd Becker, hofft auf eine schnelle Rückkehr von Ameos an den Verhandlungstisch. „Das wäre vernünftig. Die Patienten stehen hinter den Streikenden. Es gibt Unterstützung der Bevölkerung. Die Menschen wollen, dass ihr Krankenhaus funktioniert“, sagte der für Gesundheits- und Sozialwesen in Sachsen-Anhalt zuständige Gewerkschaftsfunktionär gegenüber der Volksstimme.

Ein grundsätzliches Hindernis für eine Einigung im Tarifstreit sei, dass Ameos mit Tarifverträgen Probleme habe. Becker: „Was ist an einem Tarifvertrag so Schlimmes dran, wenn es doch andere auch haben?“ In Sachsen-Anhalt gebe es in Köthen, in Zerbst, bei der Salus in Bernburg, in Magdeburg an der Uniklinik und im Klinikum und in Hettstedt Tarifverträge, die deutlich über dem Einkommensniveau von Ameos liegen würden.

Investitionen zu Lasten der Löhne

Becker kritisiert, dass im Land von Kliniken Investitionen mit Geldern getätigt wurden, die nach Vorgaben der Krankenhausfinanzierung hierfür nicht gedacht gewesen seien. „Das ist immer zu Lasten der Löhne gegangen“, so Becker. Er fände es gut, dass jetzt darüber nachgedacht wird, das Gesundheitswesen wieder in die öffentliche Hand zu geben. Da gehöre es hin. „Es kommt auch keiner auf die Idee, die Feuerwehr oder die Polizei zu privatisieren. Das sind alles öffentliche Aufgaben.“

Der Streit an den Ameos-Krankenhäusern in Aschersleben-Staßfurt, Bernburg und Schönebeck (alle Salzlandkreis) und Haldensleben in der Börde schwelt seit Monaten. Seit langem fordert die Belegschaft, unterstützt von Verdi, einen Tarifvertrag. Seit Montag befinden sich die Mitarbeiter in einem unbefristeten Streik.