Tiere

Tierheime: Zu viele Tiere, zu wenige Helfer

In der Corona-Krise haben sich viele Menschen ein neues Hobby gesucht - manche haben ehrenamtlich geholfen. Doch jetzt fehlen die unterstützenden Hände wieder. Darunter leiden auch die vollen Tierheime in Sachsen-Anhalt. Denn hier ist jede Hilfe bitternötig.

Von dpa 04.10.2021, 06:20 • Aktualisiert: 05.10.2021, 22:25

Wolmirstedt - Die Tierheime in Sachsen-Anhalt sind voll. Doch für die Arbeit, die jeden Tag anfällt, fehlen den Einrichtungen die helfenden Hände. „Wir haben zu viele Tiere und zu wenig Mitarbeiter“, sagte Rudolf Giersch, der Landesvorsitzende des Deutschen Tierschutzbunds in Sachsen-Anhalt, anlässlich des Welttierschutztags am Montag. Während des Lockdowns hätten einige Leute mehr Zeit gehabt und deshalb mehr geholfen. Mit Ende der Einschränkungen seien die Ehrenamtlichen wieder weniger geworden.

Für Minijobber oder geringfügig Beschäftigte fehlt in den meisten Fällen das Geld. Immerhin sei über den Bundesfreiwilligendienst in den vergangenen Jahren immer wieder Unterstützung gekommen, so Giersch. Aber auch da gebe es oft nicht genügend neue Bewerber auf die offenen Stellen.

Mehr Helfer sind dringend notwendig. In den Tierheimen gibt es teilweise sogar Aufnahmestopps. In der Pandemie hätten sich viele Menschen Tiere angeschafft, sagte Giersch. Gerade der Internethandel und der Schwarzmarkthandel hätten geblüht. In der Folge seien oft aber vor allem Katzen und Hunde mit Krankheiten nach Deutschland geholt worden, die dann in den Tierheimen abgegeben oder ausgesetzt wurden. Zusätzlich gab es in diesem Jahr demnach außergewöhnlich viele junge Katzen. All die Tiere müssten jeden Tag versorgt werden, so Giersch. „Da gibts auch keinen Sonnabend, Sonntag. Den Tieren kann man kein Geld in den Futternapf legen.“