Thale l Der Versuch, die beiden von Tierfreund Jens Rennecke gehaltenen Wildschweine Willi und Berta in einen Tierpark in Stangerode im Einetal (Kreis Mansfeld-Südharz) umzusiedeln, fand für Keiler Willi am Dienstag ein tragisches Ende. Da die zweifach gesetzte Betäubung nicht einsetzte und das Tier laut Kreisverwaltung den Zaun des Geheges durchbrach, streckte ein Jäger das wild gewordene Tier nieder.

Der tödliche Schuss markiert den traurigen Höhepunkt in einem jahrelangen Streit zwischen Rennecke und der Kreisverwaltung. Letztere hatte dem Tierschützer die Umsiedlung der im Wohngebiet illegal gehaltenen Tiere auferlegt. Da Rennecke seine alternativen Unterbringungsmöglichkeiten nicht realisiert habe, sei man nun zur Ersatzvornahme geschritten, begründete Matthias Schönhardt, Chef im Bauordnungsamt der Kreisverwaltung Harz, die Aktion. Jens Rennecke wollte sich selbst nicht äußern. Der 51-Jährige hatte in der Vergangenheit immer wieder mit spektakulären Tier-Rettungsaktionen für Schlagzeilen gesorgt.