Das Verhältnis zwischen der grünen Agrarministerin Dalbert und etlichen wichtigen Agrarverbänden hat einen neuen Tiefpunkt erreicht: Die Debatte um ein Agrar-Leitbild zeigt wieder einmal, wie tief das gegenseitige Misstrauen sitzt. Eine konstruktive Zusammenarbeit ist in weite Ferne gerückt. Für den ländlichen Raum ist das eine schlechte Nachricht.

Nun überrascht es nicht, dass eine grüne Landwirtschaftsministerin bei Agrarverbänden einen schweren Stand hat. Zumal Dalberts Vorgänger, CDU-Politiker Aeikens, den Spagat zwischen Agrar- und Umweltpolitik vorzüglich hinbekommen hatte. Seine Nachfolgerin steht aber in dem Ruf, das Ministerium zu einer grünen Schaltzentrale umzufunktionieren.

Da sind ganz besondere Spannungen mit den Agrarverbänden programmiert. Das Agieren Dalberts belastet auch zunehmend das Verhältnis zum Koalitionspartner CDU, der sich als Anwalt des ländlichen Raums sieht. In der Koalition rumpelt es wieder mal mächtig.