Magdeburg l Zwischen 2016 und November 2019 ist es unter dem ehemaligen Leiter des Pathologischen Instituts des Magdeburger Uniklinikums zu mindestens 399 Fehldiagnosen gekommen. Das sagte der Ärztliche Direktor Hans-Jochen Heinze am Freitag auf Nachfrage. In mindestens 17 Fällen sei es daraufhin möglicherweise zu falschen Behandlungen gekommen (den ganzen Artikel lesen Sie in unserem aktuellen E-Paper).

Das Uniklinikum hat nach eigenen Angaben in neun Fällen Strafanzeige erstattet, weil Patienten infolge der Fehldiagnosen zu Schaden gekommen seien. Ein Patient sei verstorben. In diesem Fall steht nach Volksstimme-Informationen der Vorwurf der fahrlässigen Tötung im Raum. „Das Ausmaß der Häufung von Fehldiagnosen ist inakzeptabel", sagte Heinze.

Bekannt geworden waren Auffälligkeiten erstmals im November 2019. Nach einer anonymen Anzeige hatte die Uniklinik ihrem Pathologie-Chef im Januar fristlos gekündigt. 5200 Gewebe-Proben ließ die Klinik daraufhin von drei externen Instituten erneut überprüfen.