Magdeburg (dpa) l Der Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt fordert nach zwei Jahren großer Trockenheit und einer Borkenkäfer-Plage zwölf Millionen Euro als "unbürokratische Unterstützung" vom Land. Das Geld solle genutzt werden, um Schadholz aufzukaufen, nachdem der Holzmarkt total zusammengebrochen sei, heißt es in einem Forderungskatalog, den die Waldbesitzer am Montag an Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) übergaben. Darin verlangen sie zudem eine Bundesratsinitiative des Landes Sachsen-Anhalt "für schnellstmögliche, unbürokratische Hilfen zur Rettung unserer Wälder."

Ziel sei die schnelle Räumung und Wiederaufforstung der unter anderem durch die Trockenheit 2018 und 2019 sowie eine Borkenkäfer-Plage geschädigten Wälder. Finanziert werden soll auch ein bundesweites Holzaufkaufprogramm. Außerdem sollen die "Ökosystemleistungen des Waldes" entgolten sowie ein "Kalamitätsfonds für alle Eigentumsformen" eingerichtet werden. Die letztgenannten Maßnahmen sollen aus einer CO2-Abgabe finanziert werden.

Unterdessen ist über den geplanten Einsatz der Bundeswehr in den betroffenen Wäldern noch nicht endgültig entschieden. Während in Sachsen schon seit Ende August Soldaten gegen den Borkenkäfer ausgerückt sind, laufen in Sachsen-Anhalt noch die Vorbereitungen. Ein entsprechendes Amtshilfeersuchen solle zeitnah gestellt werden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Wie lange die anschließende Prüfung beim Militär dauert, konnte eine Bundeswehrsprecherin am Montag noch nicht abschätzen. Oberste Priorität werde der Harz samt Südharz haben, kündigte sie weiter an. Mit niedrigerer Dringlichkeit wurden betroffene Gebiete in Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld eingestuft.

Auch der Arbeitsauftrag wurde schon im Vorfeld zwischen Bundeswehr und Landesregierung festgelegt: Es gehe um das Erkennen und Entfernen befallener Bäume, sagte die Sprecherin des Landeskommandos der Bundeswehr weiter. Zudem sollen die Soldaten Waldwege befahrbar machen. Der zwischenzeitlich diskutierte Einsatz von Pestiziden ist hingegen vom Tisch. Seit mehr als zwei Wochen stimmt eine Arbeitsgruppe das nötige Vorgehen ab, in dem neben Umwelt- und Innenministerium auch Vertreter der privaten und kommunalen Waldbesitzer sitzen. Das nächste Treffen ist für Freitag angesetzt.

Auch der Landesforstbetrieb musste seit Jahresbeginn bereits einen Jahreseinschlag an Holz entfernen, das der Trockenheit und dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen ist. Laut Umweltministerium soll die Bundeswehr im Landeswald trotzdem nicht eingesetzt werden.