Magdeburg (dpa) l Aus Sicht des Verfassungsschutzes in Sachsen-Anhalt werden die Probleme mit illegalen Migranten zunehmen und zwar in dem Maße, in dem Menschen kein Bleiberecht erhielten, aber nicht abgeschoben werden können.

Zudem gebe es die Sorge, dass durch den Familiennachzug Clanstrukturen und damit eine Parallelgesellschaft entstehen könnte.

Die Sachsen-Anhalter sollten aus Sicht von Verfassungsschutzchef Jochen Hollmann besser über den Islam informiert sein, um sensibler für mögliche radikale Tendenzen zu sein: „Es gibt viel Unsicherheit, weil oft das Wissen fehlt“.

100 Millionen für Salafismus-Prävention

Die islamische Kultur sei auch Behördenmitarbeitern hierzulande zu wenig bekannt, noch weniger könnten diese erkennen, wann sich jemand radikalisiere. Letztlich sei es derselbe Dreiklang wie beim Rechtsradikalismus oder bei Reichsbürgern: Informieren, Hingucken, Einmischen.

Für die Salafismus-Prävention will der Bund ab dem kommenden Jahr 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Wie viel davon in Sachsen-Anhalt ankommt, ist laut dem Ministerium für Soziales, Arbeit und Integration noch nicht klar. Ziel sei, eine Fachstelle „Prävention im Netz“ zu politisch und religiös motiviertem Extremismus einzurichten.

Fortbildungen für Fachkräfte in Behörden, Schulen und Jugendarbeit stünden auf der Agenda ebenso wie Maßnahmen für eine erfolgreiche Integration von jungen Migranten. Das Sozialministerium betont: „Um ein Zerrbild über den Islam zu vermeiden, sollte eine Reduzierung auf ausschließlich extreme und extremistische Ausprägungen vermieden werden.