Magdeburg l Die Fahrbahn ist auf dem Magdeburger A2-Abschnitt etwa 25 Jahre alt. Betonkrebs wie auf der A 14 gibt es kaum. „Aber die Verschleißgrenze ist erreicht“ sagt Sachsen-Anhalts Straßenbau-Chef Uwe Langkammer. Täglich donnern 50.000 Autos und 15.000 Laster über die Piste. Zwischen Magdeburg-Zentrum und dem Magdeburger Kreuz kommt daher der alte Beton komplett runter und es wird eine neue Fahrbahn gegossen. Im Frühjahr soll es losgehen. Das Bundesverkehrsministerium dürfte in den nächsten Tagen grünes Licht geben.

Auch Elbebrücke wird repariert

Doch damit nicht genug. Repariert werden muss auch die Elbebrücke zwischen Hohenwarthe und Magdeburg. Im Inneren ist der Stahl an mehr als 300 Stellen gerissen: Baufehler. Die Risse wurden mehrfach geschweißt, doch das half nichts. Voriges Jahr wurde ein für Deutschland neuartiges Reparaturverfahren ausprobiert. An Riss-Stellen wurden Stahlgelenke geschraubt. Die Testergebnisse waren gut: Nun soll so weiterverfahren werden. Das heißt: Ab nächstem Frühjahr wird auch die Brücke saniert. Die Brücken-Fahrbahn muss dazu von drei auf zwei Spuren verengt werden, um die Belastung zu mindern. Es wird voraussichtlich eine 12 Kilometer lange Mega-Baustelle geben. Von Hohenwarthe bis zum Magdeburger Kreuz wird es eng. Welche Fahrtrichtung zuerst an die Reihe kommt, wird noch entschieden.

Zwar werden Schilder aufgestellt und das Tempo gedrosselt. Dennoch kommt es bei solchen Baustellen immer wieder zu Unfällen, Pannen und Staus. Der Umleitungsverkehr wälzt sich dann über die Bundesstraße 1 durch Magdeburg. Betroffen sind vor allem die gut 35.000 Ein- und Auspendler, die aus dem Osten und dem Westen die Stadt passieren.

35.000 Pendler betroffen

Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper hatte an Verkehrsminister Thomas Webel bereits eine Beschwerde geschickt. Trümpers Vorschlag: Bei Staus werden die Abfahrten für Laster und Durchreisende dicht gemacht. Nur wer in die Stadt muss, käme auch rein. Vorbild ist Österreich. Dort müssen Urlauber bei Staus auf der Autobahn bleiben. Doch das Ministerium lehnte ab. Auch der ADAC hält nichts von Abfahrsperren. „Das bringt nur Unfrieden“, sagt Sprecherin Christine Rettig. Der ADAC rät: Bis zehn Kilometer Stau sollten die Fahrer auf der Autobahn bleiben, da die Umleitung zeitlich nichts bringt.

Varianten gibt es nicht. „Wir können die Leute nicht über die Dörfer schicken“, sagt Straßenbau-Chef Langkammer. Auch in der Stadt gibt es keine Ausweichstrecken. Die zweite Stadtdurchfahrt am Bahnhof bleibt wegen der Tunnelbaustelle bis 2022 dicht. Es bleibt nur die B 1. Trümper: „Das gibt eine Katastrophe.“