Magdeburg (dpa) | Der Städte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalt steht einer allgemeinen Maut skeptisch gegenüber. "Eine solche Maut wäre ja nicht nur zu beziehen auf die Wege, die im Beruf zu bewältigen sind, sondern auf das gesamte gesellschaftliche Leben", sagte Landesgeschäftsführer Jürgen Leindecker am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Magdeburg. Zuvor hatte der Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg ein umfassendes Maut-Modell für alle Autofahrer und alle Straßen gefordert.

"In Ostdeutschland gibt es ja eine ganz andere Situation als in Baden-Württemberg", sagte Leindecker. "Wir stehen vor dem Problem, dass wir bei minimaler Infrastruktur die Städte und Gemeinden verbinden und den Verkehr bewältigen müssen." Dies beträfe nicht nur den Berufsverkehr, sondern beispielsweise auch Fahrten für einen Arztbesuch oder den Einkauf in den Gebieten, in denen es kaum öffentlichen Nahverkehr gibt.

Maut beeinträchtigt Gesellschaft

Als Beispiele nannte er die Altmark und das Wittenberger Land. "Wir haben die Sorge, dass bei einer allgemeinen Maut das gesamte gesellschaftliche Leben beeinträchtigt würde." Deshalb habe der Städte-und Gemeindebund Sachsen-Anhalt in Gesprächen mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund nicht dafür plädiert, ein Mautsystem einzuführen.