Keine Frage – es gibt Schicksalsschläge. Wenn nachts eine Rotte Wildschweine vors Auto springt, ist das Schicksal. Die Tragödie, bei der zwei unschuldige Frauen im Harz ihr Leben verloren haben, war kein Schicksal, sondern eine Katastrophe mit Ansage. Todesfahrer David S. saß immer wieder illegal hinterm Steuer, ist schwer abhängig. Dafür wurde er im Februar verurteilt. Dass er erst drei Monate später zum Entzug antreten soll, klingt bitter, entspricht offensichtlich aber den normalen Abläufen im Justizapparat.

Also alles nur tragisch? Nein. Spätestens nach einer Vorstrafe wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und mindestens einer Wiederholung dieses Delikts hätte im Februar die Frage gestellt werden müssen, ob der 24-jährige Drogenabhängige mit seiner notorischen Autofahrerei nicht eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt und sofort inhaftiert werden sollte. An der Tragödie mit zwei Toten ändert das nichts mehr. Der Fall muss aber Anlass sein für Kurskorrekturen. Denn David S. gibt es nicht nur einmal.