Loburg l Seit einigen Wochen sind die Störche „Magnus“ und „Saskia“ auf dem „Wiesenhorst“ des Storchenhofs Loburg ein Herz und eine Seele. Doch mit dem Kinderkriegen wollte es irgendwie nicht klappen. Daher stellt sich die Frage: ist „Saskia“ vielleicht ein Männchen? Die Experten rätseln.

Allen voran Storchenvater Christoph Kaatz. Bisher war in Loburg immer von ihm die Rede, wenn vom „Vater“ gesprochen wurde. Doch seit diesem Jahr machen dem Gründer des Loburger Storchenhofes möglicherweise zwei Klapperstörche den Spitznamen streitig: der „Magnus“ und der „Saskia“.

Zwei echte Storchenväter

Der Saskia? Tja, das Gerücht kursiert schon seit Wochen: Auf dem sogenannten „Wiesenhorst“ sind zwei echte Storchenväter am Werk. Dass „Magnus“ ein echter Kerl ist, weiß man längst aus seiner mehrjährigen Liaison mit Agatha und – nachdem die seit zwei Jahren nicht in Loburg war – seiner Affäre mit Mina.

Was aber ist mit „Saskia“? Klarheit würde nur ein Gentest bringen, erklärt der Geschäftsführer Christoph Kaatz, Sohn von Michael Kaatz. Doch dieser Gentest ist bisher nicht gelungen. Das Tier müsste dazu erst einmal eingefangen werden.

Durch Umwelteinflüsse unfruchtbar

Zunächst waren sich Michael und Christoph Kaatz sicher, dass „Saskia“ – ein beringter, aber nicht auf sein Geschlecht untersuchter Storch – noch im vergangenen Jahr erfolgreich auf einem Horst in Lüttgenziatz gebrütet hatte – als Weibchen. „Saskias Körpergröße spricht für das weibliche Geschlecht“, glaubt Michael Kaatz. Der damalige Partner war nicht beringt. „Es ist auch nicht auszuschließen, dass „Saskia“ das Weibchen ist, aber durch Umwelteinflüsse unfruchtbar geworden ist“, nennt Michael Kaatz eine weitere Theorie. Doch möglicherweise war „Saskia“ bei dem Lüttgenziatzer Brutgeschehen in 2017 gar nicht das Weibchen, sondern tat nur so ...

Homosexuelles Verhalten ist bei Störchen so ungewöhnlich nicht. So erfuhr in den 1990er Jahren in Osnabrück ein Adebar-Pärchen mediale Aufmerksamkeit, weil es über Jahre in jeder Brutsaison ein Nest baute, allerdings lag darin kein Ei. Im Jahr 2006 machten ein schwules und ein lesbisches Pärchen im Zoo von Overloo in den Niederlanden Schlagzeilen, weil sie sogar Storchenküken ausbrüteten und großzogen.

Erfolgreich gebrütet

Mit dem Begriff „homosexuell“ im Zusammenhang mit Störchen geht Michael Kaatz vorsichtig um: „Fest steht: Beide Vögel im Wiesenhorst haben zuvor bereits erfolgreich mit dem anderen Geschlecht gebrütet. Es kann sein, dass die beiden sich einfach nicht als Männer erkennen.“ Normalerweise tun Störche dies am Verhalten des jeweils anderen.

In Loburg wagten sie nun ein Experiment: „Wir wollten wissen, ob Magnus und Saskia eine normale Brut machen“, so Christoph Kaatz. Das Storchenhof-Team legte den beiden Tieren ein frisches Storchenei ins Nest. Dieses Ei lag bis kurz zuvor im Brutkasten. Der kleine Bewohner des Eis bahnte sich bereits seinen Weg ins Freie, die Schale war schon angepickt. Und tatsächlich: Es sollte nur einen Tag dauern, bis das kleine Familienglück perfekt war. Am Pfingstmontag schlüpfte das neue Pflegekind und wurde prompt liebenvoll umsorgt von „Magnus“ und „Saskia“.

Während also unten die Experten rätseln, ob oben im „Wiesenhorst“ zwei Storchenväter brüten, fühlt sich das frisch geschlüpfte Küken gut behütet. Unklar ist allerdings noch: Ist das Jungtier nun ein Junge oder ein Mädchen?