Magdeburg l Sachsen-Anhalts SPD-Landtagsfraktion fordert von der Landesregierung deutlich mehr Einsatz beim Schutz vor Wald- und Feldbränden. So müssten Vorschriften verschärft und zudem sämtliche Wälder von Munition geräumt werden. „Die Feuerwehren waren oft machtlos gewesen“, sagte SPD-Innenpolitiker Rüdiger Erben der Volksstimme. Er stellte gestern ein Brandschutzkonzept seiner Fraktion vor.

Im extrem trockenen Jahr 2018 sind bei 170 Bränden 91 Hektar Wald vernichtet worden - fast zwanzig mal mehr als im Jahr zuvor. Betroffen waren auch ehemalige Truppenübungsplätze wie in der Annaburger Heide. In der Hitze explodierte im Boden steckende Munition. „Wegen der Splittergefahr konnten nicht mal Hubschrauber aus der Luft löschen“, sagte Erben. „Die Kampfmittel müssen endlich raus aus den Wäldern.“

Die Flächen gehören dem Bund. Das Innenministerium sagte gestern zu, sich beim Bund für eine Räumung einzusetzen.

Löschwasser auf Äckern

Da es zudem mehr als 1000 Feldbrände gab, will die SPD auch die Landwirte stärker in die Pflicht nehmen. So soll jeder Agrarbetrieb während der Ernte genügend Löschwasser sowie einen Traktor mit Pflug vorhalten, um im Notfall eine Brandschneise zu ziehen. Die Landesregierung hatte eine Zwangsregelung dazu bisher abgelehnt. Auch der Bauernverband setzt auf freiwillige Brandschutzhilfe der Betriebe untereinander. „Wir verlangen klare Vorgaben“, sagte Erben. Die habe es zu DDR-Zeiten auch gegeben.

Die Feuerwehren beklagen zudem Wassermangel. Viele der 1369 „Entnahmestellen“ im Land (Teiche, Hydranten und Brunnen) sind in schlechten Zustand oder zu weit weg. „Wir brauchen mehr Löschwsser in Waldnähe“, sagte Erben.