Wagenknecht warnt linke Kräfte vor Selbstgerechtigkeit

Von dpa
Sahra Wagenknecht.
Sahra Wagenknecht. Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Berlin - Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht hat das bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt deutlich geschwächte linke Lager vor einer die Wähler belehrenden Politik gewarnt. „SPD und Linke hatten zusammen mal über 50 Prozent in Sachsen-Anhalt. Jetzt sind es noch nicht mal mehr 20“, sagte die frühere Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion am Sonntag in der ARD-Sendung „Anne Will“. Sie sprach von einer Riesenfehlentwicklung.

„Das hat natürlich etwas damit zu tun, dass das Label Links für viele (...) nicht mehr für das Streben nach mehr sozialer Gerechtigkeit steht, sondern eher für Selbstgerechtigkeit“, sagte sie. „Das heißt für ein bestimmtes gut situiertes akademisches Großstadtmilieu, das Debatten führt, die an der Lebensrealität, an den Problemen der Menschen vorbeigehen, und das diese Menschen auch noch irgendwie versucht zu belehren, wie sie zu reden haben, wie sie zu denken haben, wie sie zu leben haben. Und das ist eben eine ganz fatale Entwicklung.“

Wagenknecht verwies dabei auch auf Gender-Debatten und Theorien, die infrage stellten, ob es biologische Unterschiede zwischen Frau und Mann gibt. Zugleich wies sie Analysen zurück, wonach die Wahl rechtspopulistischer Politiker ein Ost-Phänomen vor dem Hintergrund von Diktaturerfahrungen sei. Wagenknecht verwies dazu auch auf die politische Landschaft in Frankreich.