Die Umfrage der Union zur Haltung der Sachsen-Anhalter zum Wolf ist vor allem ein kluger Schachzug im Europa- und Kommunal-Wahlkampf. Es war zu erwarten, dass im ländlich geprägten Sachsen-Anhalt viele Befragte ihre Sorge vor dem Raubtier äußern würden. Insofern hat die Union wenig riskiert. Die Ergebnisse sind vor allem Selbstvergewisserung für die Partei und ein Signal an ihre Wähler im Land. Subtext: „Schaut her, die Union setzt sich für die Regulierung des Wolfs ein, in dieser Frage sind die Christdemokraten der richtige Partner.“

Ganz so sachlich, wie die Union vorgibt, ist die Aktion dann auch nicht. Das heißt im Umkehrschluss aber nicht, dass man die Ergebnisse deshalb kleinreden müsste. Die Sorgen der Menschen vor dem Wolf sind verständlich. Wenn Deutschland weltweit schon heute eine der höchsten Wolfsdichten und zugleich stark wachsende Bestände aufweist, sind Konflikte programmiert. Früher oder später wird es daher eine Regulierung geben müssen.