Heyrothsberge l „Das muss ich erst einmal sacken lassen.“ Brigitte Griehl hakt mit strahlenden Augen ihren Mann Peter (beide 76) unter. Soeben haben die Heyrothsberger Weihnachts- und Dankesgrüße vom mongolischen Staatspräsidenten, Khaltmaa Battulga, aus der Hauptstadt Ulan-Bator erhalten. Überbracht hat sie am Dienstag der Botschafter des fernöstlichen Landes, Dr. Damba Ganbat.

Was hat der Staatspräsident de Mongolei mit Heyrothsberge zu tun? Gastfreundschaft. Seit Anfang der 1980er Jahre kennen Griehls Vanchinsuren Enkhtur (55). Der Mongole hatte damals in Magdeburg Maschinenbau studiert. Er kennt den heutigen Präsidenten Khaltmaa Battulga von kleinauf. „Wir sind beide Ringer, er war sogar Weltmeister“.

Im Sommer 1990 wurden die beiden Mongolen in Magdeburg von Skinheads attackiert, erinnert sich Peter Griehl. „Wir hatten Angst“, sagt Vanchinsuren Enkhtur. Bei Griehls in Heyrothsberge fanden sie Zuflucht.

„Es ist eine außerordentliche Begegnung heute“, sagt Peter Griehl. Tränen lassen seine Augen glitzern. Vanchinsuren Enkhtur hat den Besuch einfädelt. Er ist Griehls ans Herz gewachsen.

Familie Griehl sei ein Beispiel für die Bedeutung zwischenmenschlicher Beziehungen auch über Ländergrenzen, hebt Botschafter Damba Ganbat hervor. Sie seien ein besonderer Wert.

Erst seit diesem Sommer ist Khaltmaa Battulga Staatspräsident. Griehls waren noch nie dort. „Wir planen was“, sagt Vanchinsuren Enkhtur. Er ist deutscher Staatsbürgerschaft, lebt mit Familie in Berlin.

Botschafter Damba Ganbat will wiederkommen nach Heyrothsberge, „aber dann privat, ohne Presse“. Es geht ums Zwischenmenschliche.