Magdeburg l Vor nicht allzu langer Zeit wurde ein Goldschakal in Niedersachsen überfahren. Nicht weit entfernt, von der Grenze zu Sachsen-Anhalt. Es stellt sich natürlich die Frage, ob Goldschakale auch in Sachsen-Anhalt zu finden sind.

"Zu 99,9 Prozent kann man sagen, dass Goldschakale in Sachsen-Anhalt gewesen sind. Man weiß nicht genau, ob sich zum jetzigen Zeitpunkt die Tiere in Sachsen-Anhalt aufhalten, aber dass sie schon Sachsen-Anhalt durchquert haben, das ist doch sehr wahrscheinlich", sagt Andreas Kinser von der Deutschen Wildtierstiftung.

Allein die Sichtungen in anderen Bundesländern (zum Beispiel Sachsen, Niedersachsen und Mecklenburg Vorpommern) geben einen Hinweis darauf, dass die Schakale zumindest zwischenzeitlich in Sachsen-Anhalt gewesen sind. Doch wie kann sich ein mittelgroßes Raubtier so unbemerkt verbreiten?

Die Lebensweise

Ein Grund ist wohl seine Lebensweise. Goldschakale machen sich eher rar. Leben versteckt und sind sehr anpassungsfähig. Bisher seien Goldschakale auch eher auf der Wanderung durch Deutschland, ohne sich fest an einem Ort niederzulassen, so Kinser.

Die mittelgroßen Raubtiere wandern aus dem Südosten ein - zum Beispiel aus Bulgarien über Tschechien und Polen und wandern Richtung Norden. Wo die Tiere genau bleiben, wisse man noch nicht.

Heulen und Knurren

Außerdem sind Goldschakale für einen Laien nicht immer als solche zu erkennen. Denn: Optisch kann man Goldschakale leicht mit einem Wolf verwechseln. Immerhin hat er ebenso gelblich graues und dunkel geschecktes Fell - damit sieht er einem Wolf durchaus ähnlich.

Allerdings ist er wesentlich kleiner - nur wenig größer als ein Fuchs. Knurren und Heulen können Goldschakale übrigens auch, dies machen sie eine Tonlage höher als Wölfe.

Nutztiere weniger bedroht

Nutztiere werden von Goldschakalen eher nicht angegriffen - bisher gab es im Jahr 2017 einen Vorfall, wo ein Goldschakal drei Schafe angegriffen hat und leicht verletzt hat. Insgesamt sieht der Speiseplan eines Goldschakals eher aus, wie der eines Fuchses: Mäuse, Frösche, Insekten und auch Pflanzen frisst der anpassungsfähige Räuber. Allerdings auch Aas oder Vögel.