Magdeburg (dpa/sa) - Weil er seine Mutter getötet haben soll, muss sich ein 19-Jähriger seit Donnerstag vor dem Landgericht Magdeburg verantworten. Die Staatsanwaltschaft Halberstadt hat den jungen Mann wegen Totschlags angeklagt. In der Stadt im Vorharz soll der damals 18-Jährige seine Mutter an einem nicht mehr genau bestimmbaren Zeitpunkt am 20. oder 21. Januar mit einem Hammer erschlagen haben. In dem von Oberstaatsanwalt Hauke Roggenbuck verlesenen Anklagesatz ist von neun kraftvollen Schlägen auf den Kopf die Rede. Das Opfer habe schwere Schädel-Hirn-Verletzungen davongetragen, an denen es gestorben sei, sagte er.

Wie alt die Frau gewesen ist, sagte der Anklagevertreter auch auf Nachfrage zunächst nicht. Auch der mutmaßliche Auslöser für die tödliche Attacke blieb zu Beginn des Prozesses im Dunkeln. Der heute 19 Jahre alte Deutsche hüllte sich - wie auch schon im Ermittlungsverfahren - in Schweigen.

Auch das, was offenbar nach den brutalen Hammerschlägen passiert ist, kam am ersten Verhandlungstag nur ansatzweise zur Sprache. Denn: Der Angeklagte soll noch fast zwei Monate lang mit der toten Mutter in der gemeinsamen Wohnung gelebt haben. Erst am 11. März wurde die Leiche eher zufällig von der Polizei gefunden - der junge Mann selbst hatte die Ermittler auf sich aufmerksam gemacht, wie zwei Beamte am Donnerstag im Zeugenstand berichteten.

Demnach lieferte sich der Angeklagte in der Nacht des 11. März eine wilde Verfolgungsjagd mit der Polizei. Sie sei in Neindorf (Bördekreis) zu Ende gegangen, wo der junge Mann in einer Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte. Den Polizisten zufolge wurden in dem Fahrzeug größere Mengen Drogen, eine Feinwaage, eine Gasdruckwaffe samt Munition und ein sogenannter Elektroschocker gefunden. Auch habe der Mann selbst unter dem Einfluss von Drogen gestanden, sagten die Zeugen. Bei der richterlich angeordneten Durchsuchung der Wohnung hatte die Polizei dann die Tote entdeckt.

Die zweite Jugendstrafkammer des Magdeburger Landgerichts will 14 Zeugen und vier Sachverständige befragen. Es sind neun Verhandlungstage bis Ende Oktober geplant. Der Angeklagte befindet sich seit 12. März in Untersuchungshaft. Der Prozess soll am 24. August fortgesetzt werden.