Dessau-Wörlitz (dpa/sa) - Die große Party fällt im Jubiläumsjahr aus: Wegen der Corona-Pandemie werden die Feierlichkeiten aus Anlass der Aufnahme des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs vor 20 Jahren in die Unesco-Welterbe-Liste verschoben. Geplant sei der April 2021, unter dem Motto "20+1", wie ein Sprecher der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz mitteilte. Grund sind die Vorsichtsmaßnahmen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Pandemie. Beziffern ließen sich die Mindereinnahmen insgesamt noch nicht, erklärte er.

Das rund 140 Quadratkilometer große Gartenreich war im November 2000 von der Kulturorganisation der UNO als Welterbe der Menschheit anerkannt worden. Die Pandemie habe in diesem Jahr Einbußen gebracht, etwa durch weniger Besucher in Ausstellungen und abgesagte Veranstaltungen. "Es hätte aber noch viel schlimmer kommen können", sagte der Sprecher.

So wählten Besucher im Urlaub auch das Gartenreich als heimisches Ziel. Thematische Führungen der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz gibt es unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln in kleinen - statt in großen - Gruppen, ebenso Gondelfahrten durch die Kanäle des Gartenreichs.

Als einzigartig und schützenswert gilt der Landstrich zwischen der Bauhausstadt Dessau und der Lutherstadt Wittenberg, umgeben vom Unesco-Biosphärenreservat Mittlere Elbe. Bauten wie das Schloss Wörlitz als Gründungsbau des deutschen Klassizismus wurden seither mit Millionenaufwand und Unterstützung von Bund, Ländern und der EU originalgetreu restauriert, Brücken, Anlagen denkmalgerecht herausgeputzt und Ausstellungen erweitert.

Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817) hatte das Gartenreich anlegen lassen. Inspiriert wurde der Regent von seinen Bildungsreisen durch Europa. Sein Anliegen war es laut Stiftung, die Landschaft als Stätte der Kultur und Bildung im Einklang mit der Natur für jeden Menschen, unabhängig seiner sozialen Herkunft, frei zugänglich zu machen. Dies ist bis heute so geblieben.

Schloss Wörlitz und das Dessau-Wörlitzer Gartenreich