Magdeburg (dpa) - Nach dem Austritt ihres früheren Chefs André Poggenburg fordern die AfD-Abgeordneten im Magdeburger Landtag sein Mandat zurück. Poggenburg sei zwar direkt gewählt worden, aber nur weil er für die AfD angetreten sei, sagte der Fraktionsvorsitzende Oliver Kirchner am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Formal ist Poggenburg trotz seines Parteiaustritts weiter Mitglied der Fraktion.

Entweder der 43-Jährige trete nun von selbst aus oder er werde ausgeschlossen, sagte Kirchner. Ein entsprechender Antrag liege vor und er gehe davon aus, dass dieser auch Erfolg hätte. Für einen Ausschluss müssten zwei Drittel der AfD-Abgeordneten stimmen. "Es führt sowieso kein Weg daran vorbei, dass André Poggenburg die Fraktion verlässt", unterstrich Kirchner.

Nach tagelangen Gerüchten über eine Abspaltung war der Politiker aus dem Landessüden am Donnerstag "mit sofortiger Wirkung" aus der AfD ausgetreten. Er plant wohl eine eigene Bewegung oder Partei. Poggenburg war das bekannteste Gesicht der AfD in Sachsen-Anhalt und führte lange den Verband sowie die Abgeordneten im Landtag. Nach mehreren provokanten Reden und internem Druck gab er im März 2018 beide Posten auf. Auch seinen Sitz im Bundesvorstand verlor er.