Tangerhütte/Lüderitz (dpa/sa) - Das altmärkische Lüderitz und die gleichnamige Hafenstadt in Namibia kommen sich nun auch offiziell näher. Der Stadtrat der Einheitsgemeinde Tangerhütte, zu der die Ortschaft Lüderitz gehört, machte Mittwochabend mit einem Grundsatzbeschluss den Weg für eine engere Verbindung beider Kommunen frei. Es gebe nur zwei Orte auf der Welt, die den Namen Lüderitz trügen, dadurch hätte eine Partnerschaft einen einmaligen Charakter, warb Ortsbürgermeisterin Edith Braun (parteilos) für das Projekt. Die Stadträte begrüßten die Idee einhellig und ermächtigten Einheitsgemeindebürgermeister Andreas Brohm (parteilos), weitere Schritte für eine engere Verbindung einzuleiten.

Brohms Amtskollegin aus Lüderitz (Namibia), Hilaria Mukapuli, hatte vorab ihrerseits bereits Interesse an einem festen Kontakt signalisiert. "Wir warten nur auf das Ja aus Tangerhütte", teilte sie mit. Das dortige City Council (Stadtrat) werde sich demnächst ebenfalls mit dem Thema befassen, um die Zusammenarbeit seinerseits abzusegnen.

Eine solche Verbindung würde nicht nur zum besseren gegenseitigen Kennenlernen beitragen, sondern auch große Aufmerksamkeit auf beide Orte richten. Das könnte zum Beispiel Touristen anlocken, hofft Brohm. Es wäre die erste derartige Partnerschaft zwischen Sachsen-Anhalt und Namibia.

Die Stadt Lüderitz (Namibia) hat mit knapp 12 000 Bewohnern in etwa die gleiche Einwohnerzahl wie die Einheitsgemeinde Tangerhütte. Obwohl nur noch knapp 50 Deutschsprachige dort leben, prägen die deutsche Kultur und Architektur bis heute den Ort. Namibia war bis 1915 deutsche Kolonie.