Gardelegen (dpa/sa) - 1016 KZ-Häftlinge kamen kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs in der angezündeten Isenschnibber Feldscheune bei Gardelegen uns Leben - jetzt zeigt eine Dauerausstellung in einem neugebauten Dokumentationszentrum die Geschichte des NS-Verbrechens und die historischen Zusammenhänge. "Es ist selten in der Gedenkstättenlandschaft, dass solche Gebäude neu errichtet werden", sagte der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt, Kai Langer, am Freitag. Das schlichte, langgezogene Gebäude ergänzt die bisherige Freiluftgedenkstätte, zu der ein Ehrenfriedhof mit weißen Kreuzen für die Opfer gehört.

Die Gedenkstätte erinnert an die mehr als 1000 KZ-Häftlinge, die am 13. April 1945 auf einem Todesmarsch im Anschluss an die Evakuierung mehrerer Konzentrationslager nach Gardelegen kamen und in die Scheune gesperrt wurden. Diese wurde angezündet. Häftlinge wurden auch erschossen.

Die Ausstellung beleuchte die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, sagte Gedenkstättenleiter Andreas Froese. Opfer und Täter, aber auch Anwohner und US-Soldaten, die den Tatort vorfanden. Es gehe nicht nur um die Geschichte selbst, sondern auch darum, die Handlungs- und Entscheidungsspielräume zu zeigen. "Wir wollen das Bild brechen von einer zwangsweisen Aneinanderreihung der Ereignisse."

Am kommenden Dienstag wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur feierlichen Eröffnung des Dokumentationszentrums und der Dauerausstellung erwartet. Für Besucherinnen und Besucher wird das Dokumentationszentrum von Donnerstag an geöffnet sein.

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