Leipzig (dpa) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den 9. Oktober als großen Tag für die deutsche Geschichte gewürdigt. An dem Tag im Jahr 1989 hatten mindestens 70 000 Menschen in Leipzig gegen das SED-Regime demonstriert - er gilt als Durchbruch der friedlichen Revolution in der DDR. "Ich bin mir sicher, es würde unserem Land gut tun, wenn wir das vielfältige Erbe der friedlichen Revolution fürs Heute nutzen", sagte der Bundespräsident am Mittwoch im Leipziger Gewandhaus bei einem Festakt zum 30. Jahrestag der friedlichen Revolution.

Steinmeier rief zugleich die Politik auf, für gute Lebensverhältnisse zu sorgen. Der Umbruch habe die Menschen im Osten ungleich härter als im Westen getroffen. Er höre oft Geschichten von Entwurzelung, von zerbrochenen Gewissheiten, sagte Steinmeier. "Hier ist die Politik gefragt", sagte der Bundespräsident. "Lasst diese Leute mit ihren Sorgen und Nöten nicht allein. Nehmt ihre Probleme ernst und kümmert Euch."

Der Bundespräsident regte zudem an, an die Tradition der Runden Tische anzuknüpfen, die in der Umbruchzeit in der DDR entstanden waren. Man brauche mehr Formen für die Beteiligung und Mitgestaltung von Bürgern. "Ja, ich glaube es ist Zeit für neue Runde Tische in diesem Land - nicht zur Vermeidung von Streit, aber Streit mit Regeln und mit Respekt."

Lichtfest Leipzig